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Wir stellen vor: Felix Schöller
23. Juni 2005, 8:43 Uhr, 50 cm, 3250 g. > 1. Schwangerschaft Dank sag ich allen Lieben Die ersten Wochen Bei all den folgenden Schlaf-Fotos könnte man meinen, Felix schläft dauernd - vielleicht liegt es jedoch nur daran, dass man bei einem schreienden Baby etwas anderes zu tun hat als zu fotografieren. Jedenfalls sind die ersten sechs Wochen die Hölle - da braucht man sich wirklich nichts vormachen ... Eines vorweg: man hat kein eigenes Leben mehr. |
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Stichwort Umstellung
Als Mutter muss man zuerst einmal sein Leben und seinen Tagesrhythmus an das Kind anpassen und nicht hoffen, dass es umgekehrt passiert. Das Baby schläft, trinkt und schreit nun mal, wann es selbst will und nicht, wenn man es gerne hätte. Zum Beispiel "Babies schlafen durchschnittlich 19 Stunden am Tag" oder "wenn er brav an jeder Brust 20 Minuten trinkt, schläft er eh vier Stunden" oder "wenn er untertags schläft, holen Sie den fehlenden Schlaf nach". |
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Bullshit! Entschuldigung, aber das ist wirklich Blödsinn. Jedes Kind ist anders und beide - Mutter und Kind - müssen sich erst kennenlernen. Jede Schwangere bereitet sich auf harte Nächte vor, die halt durch ein hungriges Baby unterbrochen werden, nicht aber auf harte Tage. Und das sagt einem auch keiner - vielleicht verdrängt man es einfach ... |
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Die Tage allerdings waren die Hölle: Felix tat sich schwer mit dem Schlaf. Teilweise schlief er nur 2-3 Stunden von 7 Uhr morgens bis 9 Uhr abends! Und das nicht auf einmal, sondern verteilt. Also nichts mit Schlaf nachholen oder mal Dinge im Haushalt erledigen - denn wenn er wach war, wollte er 1000%ige Aufmerksamkeit. Selbst um aufs WC zu gehen, konnte ich ihn nicht kurz ins Gitterbett legen, ohne dass er schrie (wo ist der Blasenkatheter? :)). |
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Stichwort Umstellung
Die "Angst", dass er nach langem Kampf nur zehn Minuten schläft und ich wieder nix von meinen Vorhaben erledigen konnte oder mal ein wenig schlafen. |
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Mutter ist man nicht sofort mit der Geburt - Mutter wird man in den Wochen darauf. Und man lernt viel über sich selbst, z. B. wie nervenschwach man ist. Der fehlende Rhythmus, das dauernde Stillen, der vor Müdigkeit und Überforderung schreiende Felix, der keinen Schnuller und kein Tragetuch akzeptierte, das Gefühl es nicht auf die Reihe zu kriegen - ich war fertig! |
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Und man mag sich selbst nicht mehr, weil man es auch an ihm auslässt (keine Angst, nicht handgreiflich): Man schreit, obwohl er nix dafür kann, oder lässt ihn fünf Minuten alleine schreien, weil man es nicht mehr aushält. |
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Was half? Zuerst einmal die Einstellung, jeder Tag ist anders und nimm Dir nichts vor, sondern lass es auf Dich zukommen. Dann die Erkenntnis, dass jedes Kind anders ist und man sich nie nie mit anderen vergleichen darf. |
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Stichwort Stillen
Nach unseren anfänglichen Schwierigkeiten im Spital (siehe Geburtsbericht), klappte es wunderbar. Den Vorteilen "immer dabei, einfach, kostengünstig und ein wunderschönes Gefühl" stehen allerdings auch Nachteile gegenüber: ich bin total angehängt, komme mir manchmal wie ein 24-Stunden-Melkkuh vor. Felix nuckelt noch dazu nicht nur aus Hunger, sondern auch um Blähungen zu vertreiben, sich zu trösten, Nähe zu suchen, sich einzuschlummern ... (gottseidank halten das meine Brustwarzen aus). Niemand kann mich ersetzen oder mir was abnehmen - ich bin 24 Stunden Mama, was ja einerseits schön, andererseits wahnsinnig anstrengend ist. |
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Und nicht nur einmal dachte ich in verzweifelten Momenten daran, auf Fläschchen umzusteigen, damit er vielleicht wenigstens nachts durchschlief. |
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Stichwort Schlafen
An sich hatten wir uns vorgenommen: Felix schläft in seinem Zimmer, in seinem Bett. Hm, guter Vorsatz, schlechte Umsetzung. Felix schläft zwischen uns im Bett :)) Danach schlief Felix sogar zwei Wochen wirklich in seinem Zimmer, ging super - nur schlauchte mich noch mehr. Denn er kam trotzdem drei-, viermal, um kurz zu nuckeln und ich war jedesmal munter und fertig. |
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Stichwort "Unser super System" Erlebnis Nr. 1: zwei Tage nach dem Heimkommen aus dem Spital stellten wir bei Felix eine Gelbsucht fest. Und nachdem es Samstag war und wir noch keinen fixen Kinderarzt, geschweige denn einen Termin hatten, fuhren wir nach Klosterneuburg - die verwiesen uns an den Kinderarzt und dass sie ihn nicht mehr untersuchen dürften ... Es sei aber nicht arg. Ich fands eine Frechheit! Erlebnis Nr. 2: unser erste Kinderarzt-Termin (gleich in der Nähe, damit ich mit dem Kinderwagen hinfahren kann). Trotz Termin warteten wir 2 (!) Stunden, bis wir drankamen. Ich durfte Felix zweimal stillen, oft beruhigen und er pinkelte aus Protest auf die Waage. Der Arzt entschuldigte sich (es seien soviele kranke Kinder dazwischen gekommen), trotzdem unverantwortlich! |
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Erlebnis Nr. 3: Behördenwege sind ja immer unangenehm, aber mit einem kleinen Baby, das jederzeit losschreien kann, gestillt und beruhigt werden will, die Hölle. Gottseidank hatte Jürgen noch Urlaub und er blieb mit dem Kleinen im Auto, während ich schnell alles erledigte - aber wieso müssen diese ganzen Anmeldungen innerhalb der ersten Woche passieren? |
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Stichwort Cranio-Sakral-Therapie
Dieser Teilbereich der Osteopathie soll durch Berührungen und Handauflegen unruhige Babies, die viel schreien und nicht schlafen können, beruhigen - es werden Blockaden, die durch Kaiserschnitt oder eine komplizierte Geburt entstehen, gelöst. Laut Osteopathin hatte Felix den Kaiserschnitt gut verdaut bis auf Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich. Dadurch fiel es ihm schwer, sich fallen zu lassen und einzuschlafen. Nach der Therapie schlief er lange, die darauffolgenden Tage waren dann die Hölle (ist normal nach der Therapie). |
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2. Monat
Wenn die ersten sechs Wochen die Hölle sind, dann sind die darauffolgenden sechs wahrscheinlich die Vorstufe zur Hölle :)) |
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Hoffen, dass sich doch mal ein Rhythmus einspielt, dass die Abstände zwischen dem Stillen größer werden, vor allem nachts, dass die schlechten Tage weniger werden. Letzteres stimmt auf alle Fälle, vor allem weil die wunderschönen Momente mehr werden und wir jetzt sehr viel von Felix zurückbekommen. Die ersten Wochen hatte ich oft das Gefühl, nur zu geben und fühlte mich oft ausgelaugt. Jetzt lacht Felix schon soviel, schaut interessiert, gibt Laute von sich und vor allem - ich kann duschen oder aufs Klo gehen, ohne dass er schreit :)) |
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Aber in der siebenten Woche akzeptierte Felix plötzlich das Tragetuch: ich lege ihn hinein, kann im Haushalt einiges erledigen, surfen und Mails schreiben, essen (!) und er schläft währenddessen brav auf mir. Ja, er schläft darin sogar oft drei Stunden auf einmal und das nur durch die Bewegung und die Nähe (quasi wie im Bauch). Wenn ich ihn ins Bett legen will, ist er natürlich rasch wieder da, und es geht mit der Zeit aufs Kreuz und wir beide schwitzen - aber so ist es schon super: er schläft gut, ist nicht grantig, und ich kann einiges erledigen. Auch wenn ich natürlich dennoch 24 Stunden eingeteilt bin und ihn mir keiner richtig abnehmen kann (Rhythmus gibts nach wie vor keinen, Felix nuckelt oft). |
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Den einzigen Rhythmus, den wir derzeit zusammen bringen, ist das Abendritual: acht Uhr abends wickeln, stillen, kuscheln und ab neun Uhr schläft Felix meist ganz brav. Leider quälen ihn seit ein paar Tagen abends die Blähungen und dadurch dauert es etwas länger bzw. schreit er viel. Und die Nächte werden dadurch wahnsinnig kurz. |
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Denn jetzt kommt er nicht nur drei- bis viermal, sondern jede eineinhalb Stunden, ab vier sogar beinahe stündlich, weil er gegen die Blähungen und die Schmerzen die Brust sucht und nuckeln will. Er schreit zwar nachts nicht und schläft wieder ein, aber es schlaucht mich schon sehr. Wenigstens kann ich untertags nun etwas Schlaf nachholen. Eine Qual sind nur die Tage, an denen wir etwas vorhaben bzw. Termine erledigen müssen. Erstens spürt Felix da anscheinend meine Unruhe - ich bin ungern unpünktlich und es ist nicht einfach, sich selbst und den Kleinen mit Wickeln und Stillen rechtzeitig fertig zu machen. Und zweitens mag er selbst Unbeständigkeit und Neues nicht. |
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2. Monat
Unterwegs möchte Felix dauernd nuckeln, sucht Trost und schreit viel, auch im Kinderwagen. Und ich werde dann gestresst und genervt (denn überall möchte und kann ich nicht stillen) und damit ist der Tag gelaufen ... |
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Unsere Katzen übrigens negieren Felix bis auf zwei, drei Beschnupperungsversuche völlig. Keine Eifersucht, keine überschäumende Liebe. Schreit und strampelt ihnen wohl zuviel. Auch das Gitterbett ist jetzt uninteressant. Nur nachts sind wir alle im Bett vereint - Charly bei Jürgens Füßen, Blacky bei meinen und Felix zwischen uns. |
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Fazit Monat 1 und 2
1. Erkenntnis: Wie schon in der Schwangerschaft gibts tausend verschiedene Meinungen zu Stillen, Babys etc. Ich habe den Fehler gemacht, mich verunsichern zu lassen - am besten instinktiv handeln und für sich und sein Kind das Richtige suchen. Denn jedes Kind ist anders und sich und sein Kind niemals mit anderen vergleichen. 2. Erkenntnis: Mutterliebe wächst und ist nicht plötzlich da. Und wenn man wenig schläft und unsicher ist, dann flippt man halt auch mal aus. Dazu muss frau stehen - ich habe mich oft geschämt und mir gedacht, alle anderen schaffen das, nur ich nicht - wahrscheinlich reden die anderen einfach nicht darüber, denn an sich gehts allen in den ersten Wochen so. |
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3. Erkenntnis: An schlechten Tagen sind Erkenntnis 1 und 2 völlig irrelevant - man fühlt sich nur müde, ausgelaugt, leer, nervlich und körperlich fertig und einfach überfordert. Und auch wenn man den kleinen Fips über alles liebt - jeden Tag hofft man, dass der nächste besser wird und dass man auch wieder ein eigenes Leben hat (zumindest zwei Stunden am Tag). |
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Der 3. Monat
Ja, auch wenn man zeitweise den Satz nicht mehr hören kann: es wird besser. |
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Vielleicht wird es vor allem deswegen besser, weil man sich selbst wieder mehr vertraut und sich nicht mehr so verunsichern lässt durch "Experten", Mütter die alles können (oder einfach nicht darüber reden) oder ach so tolle Kinder, die bereits nach einer Woche durchschlafen und einen Rhythmus von vier Stunden haben ... | |
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Vielleicht mache ich nicht alles "richtig" (doch was ist schon richtig, vor allem was kann richtig sein für alle Kinder?) und mache einiges, weil es für uns am bequemsten und einfachsten ist - aber wir leben sehr gut damit. Vielleicht lernt man einfach auch sein Kind besser kennen, auch wenn man nie genau wissen wird, warum er schreit. Vielleicht gewöhnt man sich auch einfach an den Schlafmangel und das neue Leben. |
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Das Gute
1) Jeden Tag bekommen wir nun schon soviel von Felix zurück und stellen neue Fähigkeiten an ihm fest. Er lacht, plaudert, meckert auch mal, schaut interessiert und beginnt nun auch langsam zu greifen. Dadurch kann er sich auch zeitweise mit sich selbst beschäftigen und man hat wieder etwas Luft. |
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Da beginnt unser Abendritual mit Waschen/Baden, Schmusen, Pyjama anziehen, massieren und dann ab ins (Ehe)bett zum Stillen. Da sitzen wir im Halbdunkel, es ist ruhig, ich kann den Tag Revue passieren lassen bzw. mich ausrasten und Felix nuckelt sich in den Schlaf.
Meist schläft er dann um acht, halb neun Uhr ein, ich lege ihn nieder (noch immer zwischen uns im Bett ;)) und darf noch etwas den Abend mit Jürgen genießen. |
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Das weniger Gute
1) Ab vier, halb fünf wirds dann jedoch anstrengend - nachdem ich ihm den Unterschied Tag-Nacht beibringen möchte und daher erst gespielt, gequatscht und geschaut werden darf wenn es hell ist, quälen wir uns bis sieben Uhr stündlich weiter. Entweder ist Felix da nicht mehr müde oder kommt nicht mehr in den Tiefschlaf. |
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3) Unterwegs mit Felix ist immer ein Glücksspiel - egal ob MaxiCosi, Kinderwagen, Tragetuch oder BabyBjörn, Felix kann von einer Minute auf die andere losbrüllen. Und gerade in den Öffis verschafft mir das Schweißausbrüche und Nervenzusammenbrüche. | |
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Stillen & Schlafen
Nachdem ich mich nicht mehr nach der Uhr, sondern ganz nach Felix richte, ist das Stillen wunderschön. Felix trinkt sooft und soviel er will und so regelt es sich von selbst: statt stündlich kommt Felix jetzt oft nur alle zwei, drei Stunden und braucht nicht gleich immer die Brust, wenn er sich erschreckt. Auch die Stillberaterin in unserer wöchentlichen Stillgruppe hat bestätigt: die sogenannten Expertenmeinungen sind alles Unsinn: |
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2) Dadurch trinken auch die wenigsten Babys 20 Minuten an jeder Brust, um dann vier Stunden zu schlafen - "normal" ist auch bzw. viel mehr, 10 minuten nuckeln, dabei wegschlafen und nach einer halben Stunde wieder nuckeln (so wie wir es ja anfangs oft hatten und mir Kinderarzt und Hebammen sagten, es sei "falsch").
3) Das Durchschlafen schaffen auch die wenigsten, ganz einfach weil sie eben wieder trinken müssen - und ich bin draufgekommen, dass so manche Mutter behauptet, ihr Kind schläft durch, wenn es von 12 Uhr Mitternachts bis sechs Uhr früh schläft. Das ist super, nur: was machen die von acht Uhr abends bis Mitternacht? |
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Dazu hat mir ein Artikel einer amerikanischen Anthropologin sehr gut gefallen (und mir auch Sicherheit gegeben): nachdem wir ja vom Affen abstammen, vergleicht sie menschliche Babys mit denen von Schimpansen - und die hängen den ganzen Tag an der Mama und nuckeln mehrmals in der Stunde ... | |
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Thema Entwicklungsschübe
Jedes Baby macht in seiner Entwicklung Phasen durch, in denen es quengeliger ist, mehr trinken und getragen werden will, weil es Neues dazu lernt und überfordert ist (ein Buch hat es so schön beschrieben "als ob wir auf einem fremden Planeten landen würden, wo alles anders ist). Mehr dazu auch hier. Es scheint ja logisch, denn wachsen, Neues lernen, plötzlich mehr sehen und hören ist sicher anstrengend und erschreckend - manchmal kommt mir jedoch vor, diese Schübe sind für uns Mütter auch eine gute Versicherung "es ist nur eine Phase und geht vorbei ..." Fakt ist: Felix schreit in solchen Phasen mehr, schläft schlechter, trinkt öfter. |
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Thema Impfung
Ja, unsere erste Impfung haben wir auch schon hinter uns - gleich eine 6fach Impfung (gegen Tetatus, Keuchhusten u.a.) Felix war tapfer, hat sich schnell beruhigt (natürlich mit Brust) und war danach nur etwas quengelig, aber kein Fieber. Am 12. Oktober folgt die nächste von 3 Teilimpfungen ... |
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23. September
Es ist soweit: wir sind 3 Monate alt. Und wer gedacht hat, über Nacht ist alles anders/besser, der irrt. Die Änderungen kommen schleichend und so zwischendurch sagt man sich "Ja, es ist schon viel besser als am Anfang :))" |
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Wir sind 3 Monate
1) Besonders in der Früh plauscht Felix, lacht, gurrt und quietscht - da ist es besonders schön, dass er bei uns im Bett liegt. |
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Der 4. Monat
Erster Schritt zum neuen Familienleben: Felix schläft in seinem eigenen Gitterbett, das vorerst einmal in unserem Schlafzimmer neben unserem Bett steht. |
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| Wenn einmal die Abstände nachts besser werden, wollen wir dann das Bett wieder ins Kinderzimmer stellen - obwohl ich zugeben muss, dass er mir fehlen wird. Und: wir schlafen ja auch gerne mit unserem Partner neben uns, warum sollen also Kinder alleine in ihrem Zimmer schlafen? Felix macht jeden Tag tolle Fortschritte: er greift immer öfter bereits selbst nach Dingen (man muss sie ihm nicht mehr in die Hand legen). Er dreht sich von der Rückenlage auf den Bauch - und ist dann etwas verzweifelt, weil er nicht mehr zurück kann und die Bauchlage doch noch etwas anstrengend ist. |
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| Er quietscht und kreischt, um Lautstärke und Töne seiner Stimmbänder auszuprobieren. Er ist interessiert an seiner Umwelt, schaut viel, auch unterwegs im Kinderwagen oder Tragetuch. Und er strahlt jeden, auch Fremde, unentwegt an - für mich ein Zeichen, dass er an Sicherheit gewinnt und wir doch nicht alles falsch machen.
Ja, Felix nimmt auch Schnuller - zwar nicht mit heißer Begeisterung und auch nicht immer, aber immer öfter. Zwar sind Stillberaterinnen dagegen (weil der Schnuller fast nur Nachteile bringen soll für Gesundheit und Entwicklung) aber in manchen Situationen ist er einfach hilfreich - und so fordern wir ihn nicht unbedingt, wollen aber Felix doch etwas an den Schnuller gewöhnen. |
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| Unterwegs mit Felix ist schon viel, viel besser. In den Öffis habe ich die Sicherheit, dass er schon mehr schaut, als weint und selbst wenn, werde ich nicht mehr nervös, sondern steige einfach aus der U-Bahn aus, beruhige ihn und steige in die nächste ein.
Nur ein Transportmittel ist derzeit schwierig: MaxiCosi im Auto. Da gibts oft minutenlange Schreikonzerte, selbst wenn ich hinten sitze und versuche, ihn zu beruhigen. Besonders schlimm, wenn wir abends im Dunklen unterwegs sind. |
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Die Nächte sind leider noch immer nicht viel besser. Das Einschlafen selbst geht schon recht gut, ab acht Uhr abends schläft Felix meist. Zwar nicht nach den Regeln der sogenannten Experten (das Kind wach ins Bett legen und ja nicht an der Brust einschlafen lassen), aber eine halbe Stunde stillen und wiegen und Felix schläft.
Ich habe einfach beschlossen, Felix selbst entscheiden zu lassen, wann er es schafft, alleine im Bett einzuschlafen. Derzeit ginge das nur mit viel Weinen und Schreien und das mache ich nicht. |
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Der 4. Monat
Nächster Zeitpunkt: drei Uhr. Dann halb fünf und ab da wirds bis sechs Uhr sehr unruhig, weil meist einiges in Felix Hose geht und er nicht mehr richtig tief einschläft. Und am sechs ist oft Tagwache, sprich im Dunklen! Ja, wir haben unsere erste Krankheit hinter uns: akute Kehlkopfentzündung, eine Viruserkrankung Felix hustete stark, war heiser, hatte Schmerzen und Fieber (bis 38,5 Grad). Nach einigen Parkemed Zäpfchen und Baby Luuf ging es ihm gottseidank bald besser, aber die Tage waren sehr anstrengend mit einem oft weinenden, wimmernden Baby. |
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| Übrigens haben wir den Kinderarzt gewechselt, nachdem dieser an Felix erstem Krankentag meinte "Heute ist viel los, da müssen sie mit langen Wartezeiten rechnen, kommen sie morgen" ... Nachdem man ja bei ihm schon mit Termin bis zu zwei Stunden wartete, habe ich uns einen Wahlarzt gesucht. Sehr nett, man kann ihn auch am Wochenende anrufen und wir kamen sofort dran. | ||
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Unser Tagesablauf derzeit
Meist so um sechs Uhr Tagwache, dann waschen, wickeln, anziehen. Dann nehme ich ihn mit ins Bad, mache mich dort frisch, während er in der Wippe seine Gaude hat. Meist um acht Uhr wird er dann quengelig, will trinken und schläft - oft mit mir gemeinsam im großen Bett - noch eine Stunde. Dann wird gespielt, geweint und getröstet, getrunken und vielleicht für zehn Minuten kurz geschlafen bis zum großen Mittagsschlaf meist von eins bis drei Uhr. Bis fünf wieder spielen, oft noch eine halbe Stunde schlafen und um sieben, halb acht wird Felix schon sehr grantig und wir gehen hinauf zum Abendritual (waschen oder baden, wickeln, Pyjama, stillen und einschlafen). |
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Felix Taufe, 22. Oktober 2005, 15 Uhr
Ich war ja etwas skeptisch, ob es gescheit war, diese schon im Oktober anzusetzen, da Felix ja doch noch etwas quengelig war (vier Monate alte) und es vielleicht im wärmeren Frühling besser wäre. Aber es war dann doch nicht so schlimm wie erwartet. Felix quengelte zwar viel und weinte auch - ich glaube, weil es in der Kirche sehr kalt war. Aber er schrie zumindest nicht die ganze Zeit wie am Spieß (ausser natürlich bei der Kaltwasser-Dusche :) |
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Der 5. Monat
Felix ist ein wunderbares Kind. Und mir gehts schon viel, viel besser ...
Vielleicht gehts mir besser, weil ich nicht mehr so unsicher bin und mich ganz auf mein Gefühl verlasse - was mir und Felix gut tut, kann nicht falsch sein. Sicher habe ich mich auch besser "eingelebt" in das neue Leben als Mutter. |
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| Zwar sind unsere Nächte noch immer nicht besser (fünf-, sechsmal in der Nacht), aber man gewöhnt sich an den wenigen Schlaf und untertags gibts soviel Freude und Liebe, das macht alles wett. Felix greift schon brav nach seinem Spielzeug und spielt sich auch schon selbst mit dem Trapez. Er dreht sich schon vom Rücken auf den Bauch, macht Situps und möchte unbedingt sitzen und stehen. |
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| Ich habe akzeptiert, dass Felix noch immer sehr viel Nähe braucht, z. B. schläft er untertags noch immer auf mir oder im Tragetuch (sicher durch die 2 Stunden alleine im Brutkasten). Er ist aber so ein freundliches, selbstsicheres Baby - also denke ich, wir machen nicht alles falsch :)) |
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Der 6. Monat
Felix ist nun fünf Monate alt und jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken und zu bewundern - es ist echt ein Wahnsinn, was die Kleinen in dieser kurzen Zeit ihres Lebens lernen (müssen). Felix dreht sich vom Rücken auf den Bauch (zurück geht leider noch nicht) und robbt dann rückwärts durch die Gegend, bis er sich irgendwo verfängt und schreit. Oder er dreht sich am Bauch um die eigene Achse, bis er irgendwie in Windel und Spielzeug verwurschelt ist. |
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| Ich habe akzeptiert, dass ich ihm gerade in dieser (kurzen) ersten Zeit soviel Nähe geben werde, wie er braucht und mag, auch wenn es vielleicht manche "Experten" als Verwöhnen ansehen ... Es gibt sich nämlich alles von selbst, ohne dass ich etwas dafür oder dagegen tue. So hatten wir in letzter Zeit einige Premieren. 1) Abends einschlafen: "Experten" sagen, dass man die Babys wach ins Bett legen soll, damit sie von selbst einschlafen und so schneller durchschlafen. |
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| Und plötzlich wurden trotzdem unsere Nächte besser (zwei-, dreimal stillen statt sechs-, siebenmal) und letztens schlief er von selbst ein: er schläft nämlich jetzt nicht mehr immer beim Stillen ein und so lege ich ihn mit Schnuller und Spieluhr ins Bett und gehe hinaus (wohl wissend, dass ich einige Male wiederkommen darf).
Oft gebe ich dann beim vierten Mal reingehen auf und stille ihn doch wieder in den Schlaf. Doch einmal haben wir es schon geschafft, dass es sich beim vierten Mal hineingehen plötzlich auf die Seite drehte, meine Hand nahm, ganz ruhig wurde und mit Streicheln meinerseits von selbst einschlief! |
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| 2) Untertags einschlafen: Auch untertags schläft Felix immer seltener beim Stillen ein - dafür aber mit Schnuller und ein wenig Wiegen oder Hintern klopfen. Und wir schafften es auch einmal, auf der Krabbeldecke nebeneinander liegend, dass er von selbst einschlief (natürlich mit Schnuller und Streicheln). |
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| 3) Felix erster Zahn ist da (entdeckt am Mi, 30. November 2005, unten rechts). Er ist zwar etwas quengeliger und unsere Stillabstände untertags sind wieder kürzer (von 3-4 auf 1,5-2 Stunden), aber er dürfte keine Schmerzen haben - und ich spüre den Zahn gottseidank beim Stillen noch nicht. Auch die Nächte sind seit einer Woche gleichbleibend gut: halb acht schlafen, zwischen zwei und drei Uhr erstes Mal stillen, so um fünf herum das zweite Mal. |
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Stichwort Zähne
Eigentlich erschreckend bzw. interessant, wie sehr das Zahnen den gesamten Organismus beeinflusst: rote Backen, Fieber, Ohrenschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, viel Trinken oder wenig Trinken ... all das kann vom Zahnen kommen. Wobei das magische Wort "kann" ist - denn wissen kann man es ja nicht, was dem Zwerg weh tut, warum er unruhig ist und schreit. Die Zähne (oder die lieben Schübe) sind da immer eine gute "Ausrede" bzw. Beruhigung für die Mutter. |
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| Den Zähnen dürften wir auch unsere furchtbarste Nacht bis jetzt verdanken: Freitag, 16. Dezember 2005: Felix wacht alle zwei Stunden auf und schreit ca. eine Stunde, bis er vor Erschöpfung wieder einschläft. Viel probiert (Zäpfchen, Sab-Tropfen gegen Blähungen, Globuli, stillen, tragen).
Dafür hatten wir drei Tage später auch unsere beste Nacht bis jetzt: halb acht ins Bett, halb zehn Schnuller, halb drei erste Mal gestillt, bis sechs Uhr weitergeschlafen. Und noch immer weiß ich nicht, wie ich solche guten Nächte fördern kann :)) |
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Fazit 6. Monate
Es wird besser bzw. eigentlich wird es einfach anders: Felix schläft untertags noch immer wenig und nachts nicht durch - aber man gewöhnt sich dran. Felix trinkt noch immer oft und die Stillabstände werden nicht größer, aber das Stillen selbst wird immer schöner. |
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7. Monat
Am 01. Jänner 2006 (Felix war etwas mehr als 6 Monate alt) begannen wir mit der Beikost. Karotte stand am ersten Tag am Speiseplan. |
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| Schwieriger war da schon das Trinken. Beim Trinklernbecher biss Felix in den Sauger (er kennt ja kein Flascherl) und aus dem Glas ging halt noch viel daneben. Aber wir wollen uns nicht stressen, alle Kinder haben noch essen und trinken gelernt. Zahnstatus übrigens: nach wie vor 2 unten - weitere (ständig) im Anmarsch. Bewegungsmässig ist Felix drehend und schiebend unterwegs. Drehend von Bauch- in Rückenlage und schiebend natürlich nach wie vor rückwärts. |
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8. Monat
Jeder Tag ist ein neuer Tag und jeder Tag ist anders. Ein fixer Tagesablauf ist bei uns kaum möglich, da wir viel unternehmen und unterwegs sind: |
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| Kurse für und mit Babys gibts genug, aber die Anerkennung für Mütter und die Beliebtheit für Kinder wird weniger ... Die Tage sind also sehr abwechslungsreich, dazwischen isst Felix mittlerweile ein halbes Gemüse/Fleischglas zu Mittag und ein halbes Obstglas am Nachmittag (Brotkrümel, Äpfel und Banane werden zwar in den Mund gesteckt, aber mit einem Iiiiiiii-Gesicht quittiert). |
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| Außerdem haben wir schon Babymassage hinter uns und waren im Babykino in der Landstraße - Walk the Line. Felix guckte Film mit, weinte bei Streitszenen (mein Sensibelchen :)) und schlief dann friedlich ein. Felix kriecht, setzt sich auf, spielt knieend, beobachtet interessiert seine Hand, quasselt mit seinem Spielzeug, zieht sich überall hoch und steht auf wackligen Beinen. |
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| Die Unfälle häufen sich, vor allem wenn Felix müde ist. Und wenn es wieder mal Kopfi-bumm macht und das Weinen endet, schimpft er richtig auf die bösen Möbel. Die Nächte sind zwiespältig: manchmal zweimal stillen bis sieben Uhr und dann wieder sechsmal und nur bis fünf schlafen. Wenn ich mal das Schema herausfinde, warum und wann gute und wann schlechte Nächte, werde ich sicher für den Nobelpreis nominiert. |
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Mir selbst geht es leider nicht immer gut: Meine Hitzewallungen, unreine Haut, Haarausfall, Schlafstörungen und Gelenkschmerzen haben sich als Schilddrüsenüberfunktion herausgestellt. Mein Körper läuft dadurch ständig auf 200 und letztlich geht dies auch aufs Herz. Auch wenn es dabei den Nebeneffekt gibt, dass ich abnehme (ich habe nur mehr 3 Kilo von der Schwangerschaft, obwohl ich mehr esse als in dieser), muss man dagegen etwas tun. Ich suchte eine Ärztin, mit der ich zuerst reden wollte, denn ich wollte ja weiterhin stillen (geplanter Endpunkt meinerseits: Ende 2006, also 18 Monate. Geplanter Endpunkt Felix: wahrscheinlich 2010 :)) Leider zerstörte die Ärztin sehr rasch meine Hoffnung: ich hätte eine starke Überfunktion, müsse sofort Medikamente nehmen und solle überhaupt froh sein, dass Felix gesund sei. |
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Und ein zweites Kind sei sehr kompliziert und eher abzuraten, denn diese Überfunktion hätte ich jetzt immer. Ich war am Boden zerstört und weinte, da meinte sie nur "Sie sind ja psychisch labil, typisch für eine Überfunktion." Sls ich ihr erklären wollte, wie wichtig uns Stillen ist, wie sehr Felix es braucht, da sagte sie trocken "So lange stillen ist ja nur Bequemlichkeit und Verwöhnen!"
Damals war ich nur verzweifelt, traurig und sprachlos - jetzt im nachhinein nur böse und knapp davor, sie bei der Ärztekammer zu melden. 1) Vielleicht sollten Sie mal die Vorschläge der WHO lesen, die Stillen bis zum 2. Lebensjahr empfehlen! |
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| Es ist traurig und ärgerlich zugleich, dass soviele Ärzte Ihren Patienten nicht zuhören und von Stillen keine Ahnung haben, ja es nicht mal unterstützen. Wenn sie schon nichts darüber weiß, dass sollte sie es wenigstens zugeben, mir zuhören, erkennen, dass es wichtig für mich ist und sich informieren, was wir gemeinsam gegen meine Krankheit und gleichzeitig für mein Anliegen tun können! Ich gehe jedenfalls sicher nie mehr zu ihr hin (auch nicht zur angeordneten Blutkontrolle) - bin gespannt, ob sie anruft, wo ich bleibe ... Stattdessen bin ich nun bei einer Ganzheitsmedizinerin, die sowohl den Körper, als auch die Seele behandelt und auch betont, wie wichtig das Stillen für Felix u n d mich ist. Ich habe eine Weizen- und Kuhmilchunverträglichkeit, die meinen Körper so geschwächt haben, sodass er mit der anstrengenden Umstellung in Schwangerschaft und Stillzeit nicht richtig fertig wurde und so nun über die Schilddrüse reagiert. Sechs Wochen soll ich jetzt mit Yucca, Algen und Bachblüten meine Seele und mein Immunsystem stärken und außerdem auf Weizen- und Milchprodukte verzichten. Natürlich könnte man jetzt sagen, alles ein Blödsinn. Ich bin selbst immer etwas vorsichtig was Naturmedizin angeht - wirkt die bei mir wirklich? Andererseits glaube ich, dass die Schulmedizin nicht alles weiß (und die Naturmedizin nicht alles kann). |
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Gedanken nach 1 Jahr als Mama
Dinge, die ich bei einem (möglichen) zweiten Kind nicht vergessen darf: |
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Alles Blödsinn, das Kind selbst weiß, wann es Hunger oder Durst hat und dem sollte man nachgehen.
Apropos Blähungen: stimmt auch nicht, dass die Ernährung der Mutter mitspielt. Und ich hab die ersten Monate so auf Knoblauch, Zwiebel und Co. geachtet ... |
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2) Es ergibt sich alles von selbst, wenn das Kind bereit dazu ist. Abstillen, essen, durchschlafen, krabbeln, gehen - irgendwie kann es in unserer Zeit nicht schnell genug gehen. Und wenn es dauert, dann wird gleich gefragt "Ist das noch normal?" oder "Du musst da härter durchgreifen, das muss er lernen!" Ja, es gab anstrengende Zeiten, in denen Felix schlecht oder wenig schlief, in denen er nichts aß, nur stillte. Aber was hätte ich tun sollen? Ihm das Essen in den Mund stecken und zuhalten, damit er es nicht wieder ausspuckt? Oder ihm Baldrian geben, damit er wegkippt? Es ergab sich alles von selbst, ohne Änderung unseres Verhaltens und ohne Zutun. |
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Mit einem Jahr begann Felix immer öfter durchzuschlafen und mit 13 Monaten entdeckte er auch das Essen. Und das obwohl er noch immer bei uns im Familienbett schläft, ich ihn schlafend nach dem Stillen in sein Bett lege und er isst wann und was er will. Und irgendwann wird er auch bereit zum Abstillen sein (wenn nicht vorher Mama nimmer mag :)) |
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3) Apropos Lernen ... Warum müssen Kinder - neben ihrer normalen Entwicklung, die im 1. Jahr wirklich genug zu lernen vorsieht - lernen, sich an alles in unserer Zeit anzupassen? "Gib ihm Rhythmus" heißt es da oft. Also er muss zu bestimmten Zeiten schlafen, essen, das muss er lernen! Warum soll sich ein Kind jetzt schon der Uhr unterwerfen? Nur weil wir Sklaven der Uhr sind? |
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4) Theorie zur Kindheitsentwicklung (durch zahlreiche Beispiele im Freundeskreis bestätigt) Kinder sind entweder Geher oder Quassler. Sprich, Kinder, die sehr früh gehen (zwischen 10 und 13 Monat) sind oft stiller, reden weniger oder später. Während Kinder, die erst nach dem 13., 14. Monat gehen oft den ganzen Tag quatschen. Felix war eindeutig der Quassler, mit 13. Monaten beinhaltete sein Wortschatz bereits auto (Auto und mehr), datze (Katze), decki (kater Blacky), darly (Kater Charly), dada (Papa), mama und allerlei außerirdische, fremdländische Töne. Gehen war dagegen uninteressant, vielleicht gerade noch an der Hand, aber da auch noch sehr wacklig. |