Das Kennenlernen Wir stellen vor: Felix Schöller

23. Juni 2005, 8:43 Uhr, 50 cm, 3250 g.

> 1. Schwangerschaft
> Geburtsbericht
> Felix 1. Jahr
> Felix 2. Jahr

Dank sag ich allen Lieben
die mir Glückwünsche geschrieben,
mich auf dieser Welt empfingen mit tausend wunderbaren Dingen:
Hose, Hemdchen, Socken, Pulli, Lätzchen, Windel, Handtuch, Schnulli,
Rassel, Ball und Kuschelbär, Kamillenbad und noch viel mehr.
Habt nochmals Dank und bis bald.


Die ersten Wochen
Bei all den folgenden Schlaf-Fotos könnte man meinen, Felix schläft dauernd - vielleicht liegt es jedoch nur daran, dass man bei einem schreienden Baby etwas anderes zu tun hat als zu fotografieren.
Jedenfalls sind die ersten sechs Wochen die Hölle - da braucht man sich wirklich nichts vormachen ... Eines vorweg: man hat kein eigenes Leben mehr.


Das Kennenlernen Das Kennenlernen
Stichwort Umstellung

Als Mutter muss man zuerst einmal sein Leben und seinen Tagesrhythmus an das Kind anpassen und nicht hoffen, dass es umgekehrt passiert. Das Baby schläft, trinkt und schreit nun mal, wann es selbst will und nicht, wenn man es gerne hätte.
Das ist wirklich nicht leicht - vor allem, wenn man an die "klugen" Hebammen-Meinungen denkt.

Zum Beispiel "Babies schlafen durchschnittlich 19 Stunden am Tag" oder "wenn er brav an jeder Brust 20 Minuten trinkt, schläft er eh vier Stunden" oder "wenn er untertags schläft, holen Sie den fehlenden Schlaf nach".


Das Kennenlernen

Bullshit! Entschuldigung, aber das ist wirklich Blödsinn. Jedes Kind ist anders und beide - Mutter und Kind - müssen sich erst kennenlernen.

Jede Schwangere bereitet sich auf harte Nächte vor, die halt durch ein hungriges Baby unterbrochen werden, nicht aber auf harte Tage. Und das sagt einem auch keiner - vielleicht verdrängt man es einfach ...
Felix hatte von Anfang an gute Nächte. So um 9 Uhr war Nachtruhe, er kam zwar nachts drei- bis viermal, aber da trank er brav und schlief gleich weiter.


Das Kennenlernen Das Kennenlernen

Die Tage allerdings waren die Hölle: Felix tat sich schwer mit dem Schlaf. Teilweise schlief er nur 2-3 Stunden von 7 Uhr morgens bis 9 Uhr abends! Und das nicht auf einmal, sondern verteilt.
D.h. wenn er nach stundenlangem Stillmarathon (trinken, spucken, schreien, trinken, spucken, schreien etc.) endlich einschlief, dann oft nur für zehn Minuten.

Also nichts mit Schlaf nachholen oder mal Dinge im Haushalt erledigen - denn wenn er wach war, wollte er 1000%ige Aufmerksamkeit. Selbst um aufs WC zu gehen, konnte ich ihn nicht kurz ins Gitterbett legen, ohne dass er schrie (wo ist der Blasenkatheter? :)).
Abgesehen von der eigenen Müdigkeit und der Unsicherheit, was falsch zu machen, machte mich diese "Angst" fertig.


Das Kennenlernen
Stichwort Umstellung

Die "Angst", dass er nach langem Kampf nur zehn Minuten schläft und ich wieder nix von meinen Vorhaben erledigen konnte oder mal ein wenig schlafen.
Ich musste erst lernen, meinen Tag ganz nach ihm zu richten und sich eben nichts vorzunehmen, denn das depremierte nur. Und nicht selten liefen die Tränen oder beneidete ich Jürgen um sein Leben - ich hatte keines mehr!


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Mutter ist man nicht sofort mit der Geburt - Mutter wird man in den Wochen darauf. Und man lernt viel über sich selbst, z. B. wie nervenschwach man ist. Der fehlende Rhythmus, das dauernde Stillen, der vor Müdigkeit und Überforderung schreiende Felix, der keinen Schnuller und kein Tragetuch akzeptierte, das Gefühl es nicht auf die Reihe zu kriegen - ich war fertig!


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Und man mag sich selbst nicht mehr, weil man es auch an ihm auslässt (keine Angst, nicht handgreiflich): Man schreit, obwohl er nix dafür kann, oder lässt ihn fünf Minuten alleine schreien, weil man es nicht mehr aushält.
So hatte ich es mir nicht vorgestellt - aber natürlich würde ich ihn nie mehr hergeben!


Das Kennenlernen

Was half? Zuerst einmal die Einstellung, jeder Tag ist anders und nimm Dir nichts vor, sondern lass es auf Dich zukommen. Dann die Erkenntnis, dass jedes Kind anders ist und man sich nie nie mit anderen vergleichen darf.
Und mit der Zeit wird es besser - auch wenn ich diesen von anderen wohlgemeinten Satz echt nicht mehr hören konnte.


Das Kennenlernen
Stichwort Stillen

Nach unseren anfänglichen Schwierigkeiten im Spital (siehe Geburtsbericht), klappte es wunderbar. Den Vorteilen "immer dabei, einfach, kostengünstig und ein wunderschönes Gefühl" stehen allerdings auch Nachteile gegenüber: ich bin total angehängt, komme mir manchmal wie ein 24-Stunden-Melkkuh vor.

Felix nuckelt noch dazu nicht nur aus Hunger, sondern auch um Blähungen zu vertreiben, sich zu trösten, Nähe zu suchen, sich einzuschlummern ... (gottseidank halten das meine Brustwarzen aus). Niemand kann mich ersetzen oder mir was abnehmen - ich bin 24 Stunden Mama, was ja einerseits schön, andererseits wahnsinnig anstrengend ist.


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Und nicht nur einmal dachte ich in verzweifelten Momenten daran, auf Fläschchen umzusteigen, damit er vielleicht wenigstens nachts durchschlief.
Und wieder einmal finde ich es arg, dass alle immer nur die Wichtigkeit des Stillens betonen, nicht aber die nervliche und körperliche Anstrengung für die Mutter. Und eine fertige Mutter bringt dem Kind auch nichts.


Das Kennenlernen
Stichwort Schlafen

An sich hatten wir uns vorgenommen: Felix schläft in seinem Zimmer, in seinem Bett. Hm, guter Vorsatz, schlechte Umsetzung. Felix schläft zwischen uns im Bett :))
In den ersten zwei Wochen, weil Felix alleine in seinem Bett nur eine halbe Stunde, Stunde schlief, bei uns doch bis zu drei Stunden durch.

Danach schlief Felix sogar zwei Wochen wirklich in seinem Zimmer, ging super - nur schlauchte mich noch mehr. Denn er kam trotzdem drei-, viermal, um kurz zu nuckeln und ich war jedesmal munter und fertig.
Im Bett bei uns, lege ich ihn halbschlafend an und wir schlafen beide danach sofort wieder ein. Naja, die ersten 3 Monate kann man ja ein Baby nicht verwöhnen :))


Das Kennenlernen

Stichwort "Unser super System"

Erlebnis Nr. 1: zwei Tage nach dem Heimkommen aus dem Spital stellten wir bei Felix eine Gelbsucht fest. Und nachdem es Samstag war und wir noch keinen fixen Kinderarzt, geschweige denn einen Termin hatten, fuhren wir nach Klosterneuburg - die verwiesen uns an den Kinderarzt und dass sie ihn nicht mehr untersuchen dürften ... Es sei aber nicht arg. Ich fands eine Frechheit!

Erlebnis Nr. 2: unser erste Kinderarzt-Termin (gleich in der Nähe, damit ich mit dem Kinderwagen hinfahren kann). Trotz Termin warteten wir 2 (!) Stunden, bis wir drankamen. Ich durfte Felix zweimal stillen, oft beruhigen und er pinkelte aus Protest auf die Waage. Der Arzt entschuldigte sich (es seien soviele kranke Kinder dazwischen gekommen), trotzdem unverantwortlich!


Das Kennenlernen

Erlebnis Nr. 3: Behördenwege sind ja immer unangenehm, aber mit einem kleinen Baby, das jederzeit losschreien kann, gestillt und beruhigt werden will, die Hölle. Gottseidank hatte Jürgen noch Urlaub und er blieb mit dem Kleinen im Auto, während ich schnell alles erledigte - aber wieso müssen diese ganzen Anmeldungen innerhalb der ersten Woche passieren?


Das Kennenlernen
Stichwort Cranio-Sakral-Therapie

Dieser Teilbereich der Osteopathie soll durch Berührungen und Handauflegen unruhige Babies, die viel schreien und nicht schlafen können, beruhigen - es werden Blockaden, die durch Kaiserschnitt oder eine komplizierte Geburt entstehen, gelöst. Laut Osteopathin hatte Felix den Kaiserschnitt gut verdaut bis auf Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich.

Dadurch fiel es ihm schwer, sich fallen zu lassen und einzuschlafen. Nach der Therapie schlief er lange, die darauffolgenden Tage waren dann die Hölle (ist normal nach der Therapie).
Und dann wurde es besser - durch die Therapie oder eben weil Felix älter wurde oder weil ich mich schon besser auf ihn einstellen konnte. Jedenfalls hatte es nicht geschadet, es zu probieren.


Das Kennenlernen
2. Monat

Wenn die ersten sechs Wochen die Hölle sind, dann sind die darauffolgenden sechs wahrscheinlich die Vorstufe zur Hölle :))
Man kennt sich und sein Baby besser, man hantelt sich von Tag zu Tag und arbeitet auf sein Ziel hin - auf Oktober und damit auf Felix 4. Monat und hoffentlich das Ende der ärgsten Zeit.
Bis dahin heißt es durchhalten und hoffen ...


Das Kennenlernen

Das Kennenlernen
Hoffen, dass sich doch mal ein Rhythmus einspielt, dass die Abstände zwischen dem Stillen größer werden, vor allem nachts, dass die schlechten Tage weniger werden.
Letzteres stimmt auf alle Fälle, vor allem weil die wunderschönen Momente mehr werden und wir jetzt sehr viel von Felix zurückbekommen.

Die ersten Wochen hatte ich oft das Gefühl, nur zu geben und fühlte mich oft ausgelaugt. Jetzt lacht Felix schon soviel, schaut interessiert, gibt Laute von sich und vor allem - ich kann duschen oder aufs Klo gehen, ohne dass er schreit :))
Den Schnuller - und damit eine wichtige Einschlaf- und Beruhigungshilfe für Eltern - verweigert Felix zwar noch immer.


Das Kennenlernen
Aber in der siebenten Woche akzeptierte Felix plötzlich das Tragetuch: ich lege ihn hinein, kann im Haushalt einiges erledigen, surfen und Mails schreiben, essen (!) und er schläft währenddessen brav auf mir.
Ja, er schläft darin sogar oft drei Stunden auf einmal und das nur durch die Bewegung und die Nähe (quasi wie im Bauch).

Wenn ich ihn ins Bett legen will, ist er natürlich rasch wieder da, und es geht mit der Zeit aufs Kreuz und wir beide schwitzen - aber so ist es schon super: er schläft gut, ist nicht grantig, und ich kann einiges erledigen. Auch wenn ich natürlich dennoch 24 Stunden eingeteilt bin und ihn mir keiner richtig abnehmen kann (Rhythmus gibts nach wie vor keinen, Felix nuckelt oft).


Das Kennenlernen
Den einzigen Rhythmus, den wir derzeit zusammen bringen, ist das Abendritual: acht Uhr abends wickeln, stillen, kuscheln und ab neun Uhr schläft Felix meist ganz brav.
Leider quälen ihn seit ein paar Tagen abends die Blähungen und dadurch dauert es etwas länger bzw. schreit er viel. Und die Nächte werden dadurch wahnsinnig kurz.

Das Kennenlernen
Denn jetzt kommt er nicht nur drei- bis viermal, sondern jede eineinhalb Stunden, ab vier sogar beinahe stündlich, weil er gegen die Blähungen und die Schmerzen die Brust sucht und nuckeln will.
Er schreit zwar nachts nicht und schläft wieder ein, aber es schlaucht mich schon sehr. Wenigstens kann ich untertags nun etwas Schlaf nachholen.

Eine Qual sind nur die Tage, an denen wir etwas vorhaben bzw. Termine erledigen müssen. Erstens spürt Felix da anscheinend meine Unruhe - ich bin ungern unpünktlich und es ist nicht einfach, sich selbst und den Kleinen mit Wickeln und Stillen rechtzeitig fertig zu machen. Und zweitens mag er selbst Unbeständigkeit und Neues nicht.


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2. Monat

Unterwegs möchte Felix dauernd nuckeln, sucht Trost und schreit viel, auch im Kinderwagen. Und ich werde dann gestresst und genervt (denn überall möchte und kann ich nicht stillen) und damit ist der Tag gelaufen ...
Aber Felix schaut schon viel, lacht viel und bald wird er sich sicher mehr mit sich und seiner Umwelt beschäftigen können.


Das Kennenlernen
Unsere Katzen übrigens negieren Felix bis auf zwei, drei Beschnupperungsversuche völlig. Keine Eifersucht, keine überschäumende Liebe. Schreit und strampelt ihnen wohl zuviel. Auch das Gitterbett ist jetzt uninteressant.
Nur nachts sind wir alle im Bett vereint - Charly bei Jürgens Füßen, Blacky bei meinen und Felix zwischen uns.

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Fazit Monat 1 und 2

1. Erkenntnis: Wie schon in der Schwangerschaft gibts tausend verschiedene Meinungen zu Stillen, Babys etc. Ich habe den Fehler gemacht, mich verunsichern zu lassen - am besten instinktiv handeln und für sich und sein Kind das Richtige suchen. Denn jedes Kind ist anders und sich und sein Kind niemals mit anderen vergleichen.

2. Erkenntnis: Mutterliebe wächst und ist nicht plötzlich da. Und wenn man wenig schläft und unsicher ist, dann flippt man halt auch mal aus. Dazu muss frau stehen - ich habe mich oft geschämt und mir gedacht, alle anderen schaffen das, nur ich nicht - wahrscheinlich reden die anderen einfach nicht darüber, denn an sich gehts allen in den ersten Wochen so.


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3. Erkenntnis: An schlechten Tagen sind Erkenntnis 1 und 2 völlig irrelevant - man fühlt sich nur müde, ausgelaugt, leer, nervlich und körperlich fertig und einfach überfordert.
Und auch wenn man den kleinen Fips über alles liebt - jeden Tag hofft man, dass der nächste besser wird und dass man auch wieder ein eigenes Leben hat (zumindest zwei Stunden am Tag).

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Der 3. Monat

Ja, auch wenn man zeitweise den Satz nicht mehr hören kann: es wird besser.
Oder besser: es wird anders. Es ist an manchen Tagen noch immer schwer und ich hundemüde und ausgelaugt. Aber die schönen Momente werden mehr (und ich gehe nicht mehr um halb 9 mit Felix schlafen, sondern schaffe schon halb 10 oder 10 :))


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Vielleicht wird es vor allem deswegen besser, weil man sich selbst wieder mehr vertraut und sich nicht mehr so verunsichern lässt durch "Experten", Mütter die alles können (oder einfach nicht darüber reden) oder ach so tolle Kinder, die bereits nach einer Woche durchschlafen und einen Rhythmus von vier Stunden haben ...

Das Kennenlernen
Vielleicht mache ich nicht alles "richtig" (doch was ist schon richtig, vor allem was kann richtig sein für alle Kinder?) und mache einiges, weil es für uns am bequemsten und einfachsten ist - aber wir leben sehr gut damit.
Vielleicht lernt man einfach auch sein Kind besser kennen, auch wenn man nie genau wissen wird, warum er schreit.

Vielleicht gewöhnt man sich auch einfach an den Schlafmangel und das neue Leben.
Sicher ist jedenfalls, dass die Mutterliebe immer größer wird (und die Albträume was nicht alles sein könnte, mehr :)) und ich vielleicht auch deswegen mit vielem besser fertig werde.


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Das Gute

1) Jeden Tag bekommen wir nun schon soviel von Felix zurück und stellen neue Fähigkeiten an ihm fest. Er lacht, plaudert, meckert auch mal, schaut interessiert und beginnt nun auch langsam zu greifen. Dadurch kann er sich auch zeitweise mit sich selbst beschäftigen und man hat wieder etwas Luft.
2) Felix liebt sein Mobile und seine spacige Aquarium-Schaukel (mit drehenden Fischen, Musik, Licht und schwingendem Sitz) - und wir können endlich mal wieder gemeinsam essen.
3) Auch wenn es "gemein" klingt: man hantelt sich von Tag zu Tag und freut sich auf den Abend, bei uns so auf sieben, halb acht Uhr.


Das Kennenlernen
Da beginnt unser Abendritual mit Waschen/Baden, Schmusen, Pyjama anziehen, massieren und dann ab ins (Ehe)bett zum Stillen. Da sitzen wir im Halbdunkel, es ist ruhig, ich kann den Tag Revue passieren lassen bzw. mich ausrasten und Felix nuckelt sich in den Schlaf.

Meist schläft er dann um acht, halb neun Uhr ein, ich lege ihn nieder (noch immer zwischen uns im Bett ;)) und darf noch etwas den Abend mit Jürgen genießen.
Bis eins, manchmal auch zwei Uhr schläft Felix dann schon durch und dann nach kurzem Trinken bis vier, halb fünf Uhr weiter.


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Das weniger Gute

1) Ab vier, halb fünf wirds dann jedoch anstrengend - nachdem ich ihm den Unterschied Tag-Nacht beibringen möchte und daher erst gespielt, gequatscht und geschaut werden darf wenn es hell ist, quälen wir uns bis sieben Uhr stündlich weiter. Entweder ist Felix da nicht mehr müde oder kommt nicht mehr in den Tiefschlaf.
2) Oder es quälen Felix Bauchweh und Blähungen, die ihn nicht mehr so fest schlafen lassen. Untertags sind diese Schmerzen auch lästig, weil Felix unruhig trinkt und dann sehr viel spuckt und speibt (klar, wenn der Bauch rumort und voll ist und unten nix geht, kommt eben oben alles wieder rauf).


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3) Unterwegs mit Felix ist immer ein Glücksspiel - egal ob MaxiCosi, Kinderwagen, Tragetuch oder BabyBjörn, Felix kann von einer Minute auf die andere losbrüllen. Und gerade in den Öffis verschafft mir das Schweißausbrüche und Nervenzusammenbrüche.

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Stillen & Schlafen

Nachdem ich mich nicht mehr nach der Uhr, sondern ganz nach Felix richte, ist das Stillen wunderschön. Felix trinkt sooft und soviel er will und so regelt es sich von selbst: statt stündlich kommt Felix jetzt oft nur alle zwei, drei Stunden und braucht nicht gleich immer die Brust, wenn er sich erschreckt.

Auch die Stillberaterin in unserer wöchentlichen Stillgruppe hat bestätigt: die sogenannten Expertenmeinungen sind alles Unsinn:
1) Ein Baby kann in den ersten Wochen nicht nur alle vier Stunden trinken (nur in Ausnahmefällen), da die Muttermilch nicht so reichhaltig ist und der Baby-Magen noch sehr klein.


Das Kennenlernen
2) Dadurch trinken auch die wenigsten Babys 20 Minuten an jeder Brust, um dann vier Stunden zu schlafen - "normal" ist auch bzw. viel mehr, 10 minuten nuckeln, dabei wegschlafen und nach einer halben Stunde wieder nuckeln (so wie wir es ja anfangs oft hatten und mir Kinderarzt und Hebammen sagten, es sei "falsch").

3) Das Durchschlafen schaffen auch die wenigsten, ganz einfach weil sie eben wieder trinken müssen - und ich bin draufgekommen, dass so manche Mutter behauptet, ihr Kind schläft durch, wenn es von 12 Uhr Mitternachts bis sechs Uhr früh schläft. Das ist super, nur: was machen die von acht Uhr abends bis Mitternacht?


Das Kennenlernen
Dazu hat mir ein Artikel einer amerikanischen Anthropologin sehr gut gefallen (und mir auch Sicherheit gegeben): nachdem wir ja vom Affen abstammen, vergleicht sie menschliche Babys mit denen von Schimpansen - und die hängen den ganzen Tag an der Mama und nuckeln mehrmals in der Stunde ...

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Thema Entwicklungsschübe

Jedes Baby macht in seiner Entwicklung Phasen durch, in denen es quengeliger ist, mehr trinken und getragen werden will, weil es Neues dazu lernt und überfordert ist (ein Buch hat es so schön beschrieben "als ob wir auf einem fremden Planeten landen würden, wo alles anders ist). Mehr dazu auch hier.

Es scheint ja logisch, denn wachsen, Neues lernen, plötzlich mehr sehen und hören ist sicher anstrengend und erschreckend - manchmal kommt mir jedoch vor, diese Schübe sind für uns Mütter auch eine gute Versicherung "es ist nur eine Phase und geht vorbei ..." Fakt ist: Felix schreit in solchen Phasen mehr, schläft schlechter, trinkt öfter.


Das Kennenlernen
Thema Impfung

Ja, unsere erste Impfung haben wir auch schon hinter uns - gleich eine 6fach Impfung (gegen Tetatus, Keuchhusten u.a.) Felix war tapfer, hat sich schnell beruhigt (natürlich mit Brust) und war danach nur etwas quengelig, aber kein Fieber. Am 12. Oktober folgt die nächste von 3 Teilimpfungen ...


Das Kennenlernen
23. September

Es ist soweit: wir sind 3 Monate alt. Und wer gedacht hat, über Nacht ist alles anders/besser, der irrt. Die Änderungen kommen schleichend und so zwischendurch sagt man sich "Ja, es ist schon viel besser als am Anfang :))"
Genauer gesagt ...


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Wir sind 3 Monate

1) Besonders in der Früh plauscht Felix, lacht, gurrt und quietscht - da ist es besonders schön, dass er bei uns im Bett liegt.
2) Die Nächte werden (und bleiben es auch hoffentlich :)) besser, die Stillabstände untertags länger, Felix trinkt (fast) nur mehr bei Hunger und Durst.
3) Unter seinem Mobile oder auf seiner Schaukel hält es Felix immer länger aus - Zeit, die ich wieder für mich habe.
4) Und: Felix beginnt langsam zu greifen - seine Windel ist schon sehr interessant, das Schmusetier auch.
5) Sabbern und an den Fingern saugen - hoffentlich nicht das erste Anzeichen für die Zähne ...


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Der 4. Monat

Erster Schritt zum neuen Familienleben: Felix schläft in seinem eigenen Gitterbett, das vorerst einmal in unserem Schlafzimmer neben unserem Bett steht.
Meist wandert er in der Nacht zwar zu mir ins Bett (da ist das Stillen im Liegen bequemer und wir schlafen beide gleich weiter), aber zumindest einschlafen lernt er in seinem eigenen Bettchen.


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Wenn einmal die Abstände nachts besser werden, wollen wir dann das Bett wieder ins Kinderzimmer stellen - obwohl ich zugeben muss, dass er mir fehlen wird.
Und: wir schlafen ja auch gerne mit unserem Partner neben uns, warum sollen also Kinder alleine in ihrem Zimmer schlafen?

Felix macht jeden Tag tolle Fortschritte: er greift immer öfter bereits selbst nach Dingen (man muss sie ihm nicht mehr in die Hand legen). Er dreht sich von der Rückenlage auf den Bauch - und ist dann etwas verzweifelt, weil er nicht mehr zurück kann und die Bauchlage doch noch etwas anstrengend ist.


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Er quietscht und kreischt, um Lautstärke und Töne seiner Stimmbänder auszuprobieren. Er ist interessiert an seiner Umwelt, schaut viel, auch unterwegs im Kinderwagen oder Tragetuch. Und er strahlt jeden, auch Fremde, unentwegt an - für mich ein Zeichen, dass er an Sicherheit gewinnt und wir doch nicht alles falsch machen.

Ja, Felix nimmt auch Schnuller - zwar nicht mit heißer Begeisterung und auch nicht immer, aber immer öfter. Zwar sind Stillberaterinnen dagegen (weil der Schnuller fast nur Nachteile bringen soll für Gesundheit und Entwicklung) aber in manchen Situationen ist er einfach hilfreich - und so fordern wir ihn nicht unbedingt, wollen aber Felix doch etwas an den Schnuller gewöhnen.


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Unterwegs mit Felix ist schon viel, viel besser. In den Öffis habe ich die Sicherheit, dass er schon mehr schaut, als weint und selbst wenn, werde ich nicht mehr nervös, sondern steige einfach aus der U-Bahn aus, beruhige ihn und steige in die nächste ein.

Nur ein Transportmittel ist derzeit schwierig: MaxiCosi im Auto. Da gibts oft minutenlange Schreikonzerte, selbst wenn ich hinten sitze und versuche, ihn zu beruhigen. Besonders schlimm, wenn wir abends im Dunklen unterwegs sind.


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Die Nächte sind leider noch immer nicht viel besser. Das Einschlafen selbst geht schon recht gut, ab acht Uhr abends schläft Felix meist. Zwar nicht nach den Regeln der sogenannten Experten (das Kind wach ins Bett legen und ja nicht an der Brust einschlafen lassen), aber eine halbe Stunde stillen und wiegen und Felix schläft.

Ich habe einfach beschlossen, Felix selbst entscheiden zu lassen, wann er es schafft, alleine im Bett einzuschlafen. Derzeit ginge das nur mit viel Weinen und Schreien und das mache ich nicht.
Jedenfalls kommt er dann manchmal um elf, manchmal erst um ein Uhr nachts, da wird gestillt und gleich weiter geschlafen.


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Der 4. Monat

Nächster Zeitpunkt: drei Uhr. Dann halb fünf und ab da wirds bis sechs Uhr sehr unruhig, weil meist einiges in Felix Hose geht und er nicht mehr richtig tief einschläft. Und am sechs ist oft Tagwache, sprich im Dunklen!
Ich hoffe echt, das gibt sich bald - derzeit könnte es der 19-Wochen-Schub sein, die Zähne oder auch Felix Verkühlung.

Ja, wir haben unsere erste Krankheit hinter uns: akute Kehlkopfentzündung, eine Viruserkrankung Felix hustete stark, war heiser, hatte Schmerzen und Fieber (bis 38,5 Grad). Nach einigen Parkemed Zäpfchen und Baby Luuf ging es ihm gottseidank bald besser, aber die Tage waren sehr anstrengend mit einem oft weinenden, wimmernden Baby.


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Übrigens haben wir den Kinderarzt gewechselt, nachdem dieser an Felix erstem Krankentag meinte "Heute ist viel los, da müssen sie mit langen Wartezeiten rechnen, kommen sie morgen" ... Nachdem man ja bei ihm schon mit Termin bis zu zwei Stunden wartete, habe ich uns einen Wahlarzt gesucht. Sehr nett, man kann ihn auch am Wochenende anrufen und wir kamen sofort dran.

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Unser Tagesablauf derzeit

Meist so um sechs Uhr Tagwache, dann waschen, wickeln, anziehen. Dann nehme ich ihn mit ins Bad, mache mich dort frisch, während er in der Wippe seine Gaude hat. Meist um acht Uhr wird er dann quengelig, will trinken und schläft - oft mit mir gemeinsam im großen Bett - noch eine Stunde.

Dann wird gespielt, geweint und getröstet, getrunken und vielleicht für zehn Minuten kurz geschlafen bis zum großen Mittagsschlaf meist von eins bis drei Uhr. Bis fünf wieder spielen, oft noch eine halbe Stunde schlafen und um sieben, halb acht wird Felix schon sehr grantig und wir gehen hinauf zum Abendritual (waschen oder baden, wickeln, Pyjama, stillen und einschlafen).


Das Kennenlernen
Felix Taufe, 22. Oktober 2005, 15 Uhr

Ich war ja etwas skeptisch, ob es gescheit war, diese schon im Oktober anzusetzen, da Felix ja doch noch etwas quengelig war (vier Monate alte) und es vielleicht im wärmeren Frühling besser wäre. Aber es war dann doch nicht so schlimm wie erwartet. Felix quengelte zwar viel und weinte auch - ich glaube, weil es in der Kirche sehr kalt war.

Aber er schrie zumindest nicht die ganze Zeit wie am Spieß (ausser natürlich bei der Kaltwasser-Dusche :)
Danach im Restaurant war er ein richtiger Schatz, shakerte mit allen, plauderte viel und ich hatte ihn nur zum Stillen, ansonsten war er bei Omas und Tanten. Um halb sieben schlief er in meinen Armen (ohne stillen und viel wiegen) ein.


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Der 5. Monat

Felix ist ein wunderbares Kind. Und mir gehts schon viel, viel besser ...
Ich weiß, wer die ersten Einträge gelesen hat, ist vielleicht etwas entsetzt und auch ich finde sie im nachhinein etwas übertrieben - aber damals fühlte ich so. Und das Schöne merkt man sich meist sowieso.

Vielleicht gehts mir besser, weil ich nicht mehr so unsicher bin und mich ganz auf mein Gefühl verlasse - was mir und Felix gut tut, kann nicht falsch sein. Sicher habe ich mich auch besser "eingelebt" in das neue Leben als Mutter.
Und es wird ja auch täglich besser und aufregender.


Das Kennenlernen
Zwar sind unsere Nächte noch immer nicht besser (fünf-, sechsmal in der Nacht), aber man gewöhnt sich an den wenigen Schlaf und untertags gibts soviel Freude und Liebe, das macht alles wett.
Felix greift schon brav nach seinem Spielzeug und spielt sich auch schon selbst mit dem Trapez.

Er dreht sich schon vom Rücken auf den Bauch, macht Situps und möchte unbedingt sitzen und stehen.
Vor allem unterwegs gibts soviel zu Schauen und zuhause sieht er mir beim Zusammenräumen, Duschen etc. zu.
Er plaudert und kreischt und manchmal glauben wir schon ein "Nein" zu hören.


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Ich habe akzeptiert, dass Felix noch immer sehr viel Nähe braucht, z. B. schläft er untertags noch immer auf mir oder im Tragetuch (sicher durch die 2 Stunden alleine im Brutkasten).
Er ist aber so ein freundliches, selbstsicheres Baby - also denke ich, wir machen nicht alles falsch :))

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Der 6. Monat

Felix ist nun fünf Monate alt und jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken und zu bewundern - es ist echt ein Wahnsinn, was die Kleinen in dieser kurzen Zeit ihres Lebens lernen (müssen).

Felix dreht sich vom Rücken auf den Bauch (zurück geht leider noch nicht) und robbt dann rückwärts durch die Gegend, bis er sich irgendwo verfängt und schreit.

Oder er dreht sich am Bauch um die eigene Achse, bis er irgendwie in Windel und Spielzeug verwurschelt ist.
Als Krabbelvorstufe stemmt er den Hintern in die Höhe und steht mit beiden Beinen am Boden - es geht aber nix weiter, sehr unbefriedigend ...
Am liebsten würde er sowieso nur sitzen und stehen, liegen ist langweilig.


Das Kennenlernen
Ich habe akzeptiert, dass ich ihm gerade in dieser (kurzen) ersten Zeit soviel Nähe geben werde, wie er braucht und mag, auch wenn es vielleicht manche "Experten" als Verwöhnen ansehen ...
Es gibt sich nämlich alles von selbst, ohne dass ich etwas dafür oder dagegen tue. So hatten wir in letzter Zeit einige Premieren.

1) Abends einschlafen: "Experten" sagen, dass man die Babys wach ins Bett legen soll, damit sie von selbst einschlafen und so schneller durchschlafen.
Felix schläft abends nur beim Stillen oder wiegen mit Schnuller ein, ich lege ihn also schlafend ins Bett.


Das Kennenlernen
Und plötzlich wurden trotzdem unsere Nächte besser (zwei-, dreimal stillen statt sechs-, siebenmal) und letztens schlief er von selbst ein: er schläft nämlich jetzt nicht mehr immer beim Stillen ein und so lege ich ihn mit Schnuller und Spieluhr ins Bett und gehe hinaus (wohl wissend, dass ich einige Male wiederkommen darf).

Oft gebe ich dann beim vierten Mal reingehen auf und stille ihn doch wieder in den Schlaf. Doch einmal haben wir es schon geschafft, dass es sich beim vierten Mal hineingehen plötzlich auf die Seite drehte, meine Hand nahm, ganz ruhig wurde und mit Streicheln meinerseits von selbst einschlief!


Das Kennenlernen Das Kennenlernen
2) Untertags einschlafen: Auch untertags schläft Felix immer seltener beim Stillen ein - dafür aber mit Schnuller und ein wenig Wiegen oder Hintern klopfen.
Und wir schafften es auch einmal, auf der Krabbeldecke nebeneinander liegend, dass er von selbst einschlief (natürlich mit Schnuller und Streicheln).

Das Kennenlernen
3) Felix erster Zahn ist da (entdeckt am Mi, 30. November 2005, unten rechts).
Er ist zwar etwas quengeliger und unsere Stillabstände untertags sind wieder kürzer (von 3-4 auf 1,5-2 Stunden), aber er dürfte keine Schmerzen haben - und ich spüre den Zahn gottseidank beim Stillen noch nicht.

Auch die Nächte sind seit einer Woche gleichbleibend gut: halb acht schlafen, zwischen zwei und drei Uhr erstes Mal stillen, so um fünf herum das zweite Mal.
Dann wird Felix leider oft um halb sechs, sechs munter - oder schläft wie heute bis halb acht. Keine Ahnung, warum es einmal super klappt und dann wieder mitten in der Nacht aufstehen heißt.


Das Kennenlernen
Stichwort Zähne

Eigentlich erschreckend bzw. interessant, wie sehr das Zahnen den gesamten Organismus beeinflusst: rote Backen, Fieber, Ohrenschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, viel Trinken oder wenig Trinken ... all das kann vom Zahnen kommen.

Wobei das magische Wort "kann" ist - denn wissen kann man es ja nicht, was dem Zwerg weh tut, warum er unruhig ist und schreit. Die Zähne (oder die lieben Schübe) sind da immer eine gute "Ausrede" bzw. Beruhigung für die Mutter.


Das Kennenlernen
Den Zähnen dürften wir auch unsere furchtbarste Nacht bis jetzt verdanken: Freitag, 16. Dezember 2005: Felix wacht alle zwei Stunden auf und schreit ca. eine Stunde, bis er vor Erschöpfung wieder einschläft. Viel probiert (Zäpfchen, Sab-Tropfen gegen Blähungen, Globuli, stillen, tragen).

Dafür hatten wir drei Tage später auch unsere beste Nacht bis jetzt: halb acht ins Bett, halb zehn Schnuller, halb drei erste Mal gestillt, bis sechs Uhr weitergeschlafen. Und noch immer weiß ich nicht, wie ich solche guten Nächte fördern kann :))


Das Kennenlernen
Fazit 6. Monate

Es wird besser bzw. eigentlich wird es einfach anders: Felix schläft untertags noch immer wenig und nachts nicht durch - aber man gewöhnt sich dran.
Felix ist an manchen Tagen noch immer unruhig und quengelig, aber die guten Tage werden mehr und seine Fähigkeiten immer "interessanter".

Felix trinkt noch immer oft und die Stillabstände werden nicht größer, aber das Stillen selbst wird immer schöner.
Er ist so süß beim Trinken, die Verbindung mit ihm ist dabei sehr intensiv und ich kann teilweise Mütter verstehen, die lange, lange stillen (aber nicht bis zum 6. Lebensjahr :))


Das Kennenlernen
7. Monat

Am 01. Jänner 2006 (Felix war etwas mehr als 6 Monate alt) begannen wir mit der Beikost. Karotte stand am ersten Tag am Speiseplan.
Den Löffel war Felix ja von den SAB-Tropfen gegen seine Blähungen gewohnt. Das Essen war zwar nicht der Renner, aber er spuckte es zumindest nicht aus.


Das Kennenlernen
Schwieriger war da schon das Trinken. Beim Trinklernbecher biss Felix in den Sauger (er kennt ja kein Flascherl) und aus dem Glas ging halt noch viel daneben.
Aber wir wollen uns nicht stressen, alle Kinder haben noch essen und trinken gelernt.
Zahnstatus übrigens: nach wie vor 2 unten - weitere (ständig) im Anmarsch.

Bewegungsmässig ist Felix drehend und schiebend unterwegs. Drehend von Bauch- in Rückenlage und schiebend natürlich nach wie vor rückwärts.
Das kann ganz schön depremierend sein, wenn man sich immer mehr entfernt und das Spielzeug nicht mitgeht.
Das endet oft in grantigem Geschrei - der Bub kann bizzeln ... (von wem er das wohl hat?)


Das Kennenlernen
8. Monat

Jeder Tag ist ein neuer Tag und jeder Tag ist anders. Ein fixer Tagesablauf ist bei uns kaum möglich, da wir viel unternehmen und unterwegs sind:
Mo: Treffen im Mutter-Kind-Zentrum im 10. Bezirk mit viel Plauschen und Erholen für die Mütter und gemeinsamen Spielen und Betatschen für die Kleinen.
Di: Besuche in der Firma oder bei Freundinnen.
Mi: Omatag in Langenzersdorf mit Tante und Cousins.
Do: Pekip - Babyturnen mit vielen Übungen, die Felix Entwicklung fördern.
Fr: Yoga für Mama und Baby - eher für mich, da Felix mit den anderen Babys spielt und ich endlich mal was für mich alleine tun kann.
Interessant (und auch traurig), wie sich die Gesellschaft entwickelt:


Das Kennenlernen Das Kennenlernen
Kurse für und mit Babys gibts genug, aber die Anerkennung für Mütter und die Beliebtheit für Kinder wird weniger ...
Die Tage sind also sehr abwechslungsreich, dazwischen isst Felix mittlerweile ein halbes Gemüse/Fleischglas zu Mittag und ein halbes Obstglas am Nachmittag (Brotkrümel, Äpfel und Banane werden zwar in den Mund gesteckt, aber mit einem Iiiiiiii-Gesicht quittiert).

Das Kennenlernen Das Kennenlernen
Außerdem haben wir schon Babymassage hinter uns und waren im Babykino in der Landstraße - Walk the Line. Felix guckte Film mit, weinte bei Streitszenen (mein Sensibelchen :)) und schlief dann friedlich ein.
Felix kriecht, setzt sich auf, spielt knieend, beobachtet interessiert seine Hand, quasselt mit seinem Spielzeug, zieht sich überall hoch und steht auf wackligen Beinen.

Das Kennenlernen
Die Unfälle häufen sich, vor allem wenn Felix müde ist. Und wenn es wieder mal Kopfi-bumm macht und das Weinen endet, schimpft er richtig auf die bösen Möbel.
Die Nächte sind zwiespältig: manchmal zweimal stillen bis sieben Uhr und dann wieder sechsmal und nur bis fünf schlafen. Wenn ich mal das Schema herausfinde, warum und wann gute und wann schlechte Nächte, werde ich sicher für den Nobelpreis nominiert.

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Mir selbst geht es leider nicht immer gut: Meine Hitzewallungen, unreine Haut, Haarausfall, Schlafstörungen und Gelenkschmerzen haben sich als Schilddrüsenüberfunktion herausgestellt.
Mein Körper läuft dadurch ständig auf 200 und letztlich geht dies auch aufs Herz. Auch wenn es dabei den Nebeneffekt gibt, dass ich abnehme (ich habe nur mehr 3 Kilo von der Schwangerschaft, obwohl ich mehr esse als in dieser), muss man dagegen etwas tun.

Ich suchte eine Ärztin, mit der ich zuerst reden wollte, denn ich wollte ja weiterhin stillen (geplanter Endpunkt meinerseits: Ende 2006, also 18 Monate. Geplanter Endpunkt Felix: wahrscheinlich 2010 :))
Im Internet informierte ich mich noch beim Institut für Embryonaltoxikologie - sie versicherten mir, dass es gute stillfreundliche Medikamente gäbe, die mir helfen und Felix nicht beeinträchtigen.

Leider zerstörte die Ärztin sehr rasch meine Hoffnung: ich hätte eine starke Überfunktion, müsse sofort Medikamente nehmen und solle überhaupt froh sein, dass Felix gesund sei.
Also ich andeutete, dass ich mich informiert hätte und es doch stillfreundliche Medikamente gäbe, war sie nur pikiert und meinte beleidigt "Das weiß ich eh!" Es wäre aber weder für mich noch für Felix gut, weiter zu stillen.



Und ein zweites Kind sei sehr kompliziert und eher abzuraten, denn diese Überfunktion hätte ich jetzt immer.
Ich war am Boden zerstört und weinte, da meinte sie nur "Sie sind ja psychisch labil, typisch für eine Überfunktion." Sls ich ihr erklären wollte, wie wichtig uns Stillen ist, wie sehr Felix es braucht, da sagte sie trocken "So lange stillen ist ja nur Bequemlichkeit und Verwöhnen!"

Damals war ich nur verzweifelt, traurig und sprachlos - jetzt im nachhinein nur böse und knapp davor, sie bei der Ärztekammer zu melden.
Also, Madam, hören Sie mal gut zu:

1) Vielleicht sollten Sie mal die Vorschläge der WHO lesen, die Stillen bis zum 2. Lebensjahr empfehlen!
2) Wir lieben das Stillen, wir genießen, wir brauchen es - und kein Kind kann mit Nestwärme und Zärtlichkeit verwöhnt werden.
3) Nein, Stillen macht mich nicht krank, sondern es beruhigt mich und das kann ja bei Überfunktion nur gut sein.
4) Mit Angst und Regeln von oben herab wollen Sie vielleicht Ihren Status als "Göttin in Weiß" zementieren, aber sicher niemanden gesund machen.
5) Schon mal was von seelischer Gesundheit gehört? Was bringt es mir, wenn ich gesund werde, aber verzweifelt und traurig und mein Kind unglücklich mache?


Es ist traurig und ärgerlich zugleich, dass soviele Ärzte Ihren Patienten nicht zuhören und von Stillen keine Ahnung haben, ja es nicht mal unterstützen.
Wenn sie schon nichts darüber weiß, dass sollte sie es wenigstens zugeben, mir zuhören, erkennen, dass es wichtig für mich ist und sich informieren, was wir gemeinsam gegen meine Krankheit und gleichzeitig für mein Anliegen tun können!

Ich gehe jedenfalls sicher nie mehr zu ihr hin (auch nicht zur angeordneten Blutkontrolle) - bin gespannt, ob sie anruft, wo ich bleibe ...

Stattdessen bin ich nun bei einer Ganzheitsmedizinerin, die sowohl den Körper, als auch die Seele behandelt und auch betont, wie wichtig das Stillen für Felix u n d mich ist.
Sie hat mich untersucht und ausgetestet und behandelt mich mit Homöopathie, Bachblüten und Eigenblut.

Ich habe eine Weizen- und Kuhmilchunverträglichkeit, die meinen Körper so geschwächt haben, sodass er mit der anstrengenden Umstellung in Schwangerschaft und Stillzeit nicht richtig fertig wurde und so nun über die Schilddrüse reagiert.
Die Schilddrüse deshalb, weil sie bei mir als Zentrum der Kommunikation oft "unterdrückt" wird - wie oft schlucke ich Dinge, die ich sagen sollte oder will hinunten, siehe "nette" Ärztin ...

Sechs Wochen soll ich jetzt mit Yucca, Algen und Bachblüten meine Seele und mein Immunsystem stärken und außerdem auf Weizen- und Milchprodukte verzichten.
Gar nicht so leicht bei meinem Schoko-Joghurt-Käse-Pizza-Brot-Wahn. Aber es gibt gute Alternativen wie Sojadrinks, Schafmilchschokolade, Schafskäse oder Dinkelbrot. Das Einkaufen ist allerdings nicht mehr so einfach - ich bewundere aller Allergiker, die wirklich auf bestimmte Substanzen verzichten "müssen".

Natürlich könnte man jetzt sagen, alles ein Blödsinn. Ich bin selbst immer etwas vorsichtig was Naturmedizin angeht - wirkt die bei mir wirklich? Andererseits glaube ich, dass die Schulmedizin nicht alles weiß (und die Naturmedizin nicht alles kann).
Schaden kann es mir nicht und 6 Wochen möchte ich es einfach probieren. Das Stillen und meine Gesundheit sind mir das wert - zur Schulmedizin kann ich dann immer noch zurückkehren (aber sicher nicht mehr zu der Ignoranten!)


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Gedanken nach 1 Jahr als Mama

Dinge, die ich bei einem (möglichen) zweiten Kind nicht vergessen darf:

1) Verlasse Dich auf Deinen Instinkt und höre nicht auf das, was andere sagen.

Im Krankenhaus wurde mir damals erzählt, Felix müsse an jeder Brust 20 Minuten trinken und dann schlafe er eh 4 Stunden!?
Felix trank nie an jeder Brust 20 Minuten und untertags schlief er die ersten Monate kaum. Er war der Vielnuckler, der stündlich, manchmal sogar halbstündlich kam.
Laut Hebammen solle man ja zumindest 2 Stunden Abstand halten, damit sich die "alte" Milch im Magen nicht mit der neuen vermischt und Blähungen verursacht.


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Alles Blödsinn, das Kind selbst weiß, wann es Hunger oder Durst hat und dem sollte man nachgehen.

Apropos Blähungen: stimmt auch nicht, dass die Ernährung der Mutter mitspielt. Und ich hab die ersten Monate so auf Knoblauch, Zwiebel und Co. geachtet ...


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2) Es ergibt sich alles von selbst, wenn das Kind bereit dazu ist.

Abstillen, essen, durchschlafen, krabbeln, gehen - irgendwie kann es in unserer Zeit nicht schnell genug gehen. Und wenn es dauert, dann wird gleich gefragt "Ist das noch normal?" oder "Du musst da härter durchgreifen, das muss er lernen!"
Ja, es gab anstrengende Zeiten, in denen Felix schlecht oder wenig schlief, in denen er nichts aß, nur stillte. Aber was hätte ich tun sollen? Ihm das Essen in den Mund stecken und zuhalten, damit er es nicht wieder ausspuckt? Oder ihm Baldrian geben, damit er wegkippt?

Es ergab sich alles von selbst, ohne Änderung unseres Verhaltens und ohne Zutun.


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Mit einem Jahr begann Felix immer öfter durchzuschlafen und mit 13 Monaten entdeckte er auch das Essen. Und das obwohl er noch immer bei uns im Familienbett schläft, ich ihn schlafend nach dem Stillen in sein Bett lege und er isst wann und was er will.
Und irgendwann wird er auch bereit zum Abstillen sein (wenn nicht vorher Mama nimmer mag :))

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3) Apropos Lernen ...

Warum müssen Kinder - neben ihrer normalen Entwicklung, die im 1. Jahr wirklich genug zu lernen vorsieht - lernen, sich an alles in unserer Zeit anzupassen? "Gib ihm Rhythmus" heißt es da oft. Also er muss zu bestimmten Zeiten schlafen, essen, das muss er lernen!
Warum soll sich ein Kind jetzt schon der Uhr unterwerfen?

Nur weil wir Sklaven der Uhr sind?
Wir haben doch auch zu unterschiedlichen Zeiten Hunger oder sind müde. Warum sollte ich Felix etwas aufzwingen, das nicht mal ich schaffe?
Also gibts Mahlzeiten, wenn wir Zeit und Hunger haben und er schläft wenn er müde ist - außer abends, da ist es doch meist 7 oder 8 Uhr (vor allem auch, weil Mama müde vom anstrengenden Tag ist :))




Das Kennenlernen

4) Theorie zur Kindheitsentwicklung (durch zahlreiche Beispiele im Freundeskreis bestätigt)

Kinder sind entweder Geher oder Quassler. Sprich, Kinder, die sehr früh gehen (zwischen 10 und 13 Monat) sind oft stiller, reden weniger oder später. Während Kinder, die erst nach dem 13., 14. Monat gehen oft den ganzen Tag quatschen.

Felix war eindeutig der Quassler, mit 13. Monaten beinhaltete sein Wortschatz bereits auto (Auto und mehr), datze (Katze), decki (kater Blacky), darly (Kater Charly), dada (Papa), mama und allerlei außerirdische, fremdländische Töne. Gehen war dagegen uninteressant, vielleicht gerade noch an der Hand, aber da auch noch sehr wacklig.

> Felix 2. Jahr