Das Kennenlernen Felix 2. Jahr

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Das erste Jahr ist vorbei und damit die anstrengendste Zeit - ja, es wird besser. Es gibt noch immer Tage, an denen Felix an mir hängt und nur bizzelt und raunzt und frau an ihre Grenzen stösst - aber: es wird besser.
Vielleicht weil wir schon ein eingespieltes Team sind, vielleicht aber auch weil es mir gesundheitlich viel besser geht und damit auch seelisch.
Meine Schilddrüse dürfte endlich wieder normal funktionieren (bis auf die Hormonschwankungen, die einfach länger benötigen, um wieder im Gleichgewicht zu sein) - und damit fühle ich mich wieder ausgeglichen und glücklich.

Ja, jetzt erst kann ich richtig das Mama-sein genießen und weiß, welch ein Glück ich mit Felix habe, was für ein wunderbares Kind er ist und wie lieb ich ihn habe.
Ich weiß, es klingt seltsam und auch befremdend: aber ich glaube in Felix 1. Lebensjahr hatte ich eine lange postnatale Depression. Sicher ausgelöst durch die Schilddrüse, aber im nachhinein war es ein tiefes Loch, aus dem ich jetzt endlich befreit bin.


Statusbericht (17. Monate)

Felix geht und läuft schon ganz toll und damit erleichtern sich gewisse Dinge wie einkaufen gehen (er geht selbst von der Wohnung zum Auto und umgekehrt, während Mama den Einkaufskorb trägt).



Das Kennenlernen


Er versteht schon sehr viel, und - wenn er will - macht er auch Sachen wie wegräumen, etwas bringen oder holen oder bereit machen zum Wickeln, Anziehen oder Buch lesen.
"Wenn er will" ist allerdings das Zauberwort, denn wenn Monsieur Felix nicht will, dann kann er bizzeln und toben. Da heißt es für mich, ruhig bleiben und vor allem nicht lachen, denn eigentlich ist es zum Brüllen, wenn er stampfend und bizzelnd durchs Zimmer in die Ecke geht und "spinnt".

Felix Wortschatz beinhaltet derzeit
- Mama
- Papa
- Auto
- Ba (Ball)
- Bau (Baum)
- Ampe (Lampe) oder
- WauWau (Hund).
Neben zahlreichen anderen Tierlauten (Hm ist die Kuh, Mi ist die Katze, Me ist das Schaf) gibt es dann "Kunstworte" für mehrere Begriffe. So heißt zum Beispiel "Aki" die Katze, die Socke, der Schuh, der Vogel und der Schmetterling :)


Das Kennenlernen
Schlafen

Untertags schläft Felix derzeit 2 Stunden zwischen 12 und 16 Uhr. Nachts von 20 (manchmal erst 21.30 Uhr, tststs) bis 7, manchmal sogar halb 8 oder 8 Uhr schläft Felix oft schon durch oder kommt ein-, zweimal.
Wieder ein Thema also, dass sich von selbst gegeben hat - denn er schläft bei uns im Bett und wenn er aufwacht, wird er gestillt. Trotzdem wird es entgegen aller Unkenrufe besser, von selbst ...

Essen

Felix war nie der große Esser und wird es wahrscheinlich auch nie werden. Egal was - den ersten Bissen muss ich ihm sehr geschmackig machen bzw. fast in den Mund reinschieben, damit er mal kostet und weiß, was da auf dem Löffel ist. Dann kommt er eh von selbst und will mehr, aber selber verlangen macht er (noch) nicht.

Seine Lieblingsspeisen (wenn man bei ihm von essen reden kann und nicht eher von kosten) sind Pizza, Knödel, Nudeln, Brot und Apfel.
Nachdem er aber nicht schlecht ausschaut und es immer wieder besser wird, mache ich mir keine Gedanken mehr.

Vielleicht wird es auch besser, wenn er selbst essen kann (noch will ich das nicht richtig zulassen, weil er soviel patzt :)).

Stillen

Tja, das ist noch oft genug. Wobei es sehr stark auf das Tagesprogramm ankommt: sind wir den ganzen Tag unterwegs, stillt Felix eigentlich nur in der Früh und abends (und vielleicht zum Mittagsschlaf). Sind wir zuhause und ich dauernd auf den Beinen, weil ich zusammenräume, geht es auch halbwegs.
Wenn wir aber zuhause sind und ich will mich entspannen oder gar computern - da hängt er die ganze Zeit an mir und will quasi dauernd stillen ... Es dürfte doch ein Zeichen für Langeweile sein aber auch dafür, dass er die Zuwendung sucht. Und er holt sich anscheinend die Kraft für unsere Ausflüge, denn da ist er der große, selbstbewusste Mann :)


Das Kennenlernen

Zähne

Quälen uns ständig, aber dennoch stehen wir immer noch bei 8 Stück. Das Zahnfleisch ist zwar unten rechts und links extrem geschwollen, aber Zahn ist keiner in Sicht.
Nur anhand schlechter Nächte und Weinphasen untertags merkt man, dass anscheinend diese blöden Zähne wieder anschieben ...

Hausarbeit

Meine künftige Schwiegertochter wird stolz auf mich sein :) Felix arbeitet schon brav mit: er schaut mir beim Kochen zu und gibt "Tipps", er räumt mit mir den Geschirrspüler aus und gibt mir die Wäscheklammern zum Wäscheaufhängen oder hilft beim Betten machen (wobei das Bett-zerstören und mit Mama herumtollen und kuscheln viel schöner ist, vor allem wenn Mama das Bett machen will :)).

Derzeitiger Tagesablauf

Zwischen halb 7 und halb 8 Uhr aufstehen. Danach waschen, Zähne putzen, anziehen. Haushalt, manchmal einkaufen gehen oder Termine mit anderen Müttern und Kindern, dann Mittagsschlaf, nachmittags zuhause fernsehen oder Mama helfen oder wieder Ausflüge. Abends essen mit Mama und Papa und ab 20 Uhr ins Bett.


Das Kennenlernen

Montag: Mama geht arbeiten, Felix bleibt bei Papa zuhause.

Dienstag: Vormittags Singen im Eltern-Kind-Zentrum (Felix liebt die Fingerspiele und Lieder und macht schon teilweise mit). Nachmittags Treffen mit Freundinnen.

Mittwoch: Babyschwimmen in der Pyramide Vösendorf - Felix liebt Wasser und Herumpritscheln und auf den Stufen sitzen, aber lange schwimmen ist nicht seines, schon gar nicht mit Schwimmscheiben oder Schwimmflügerln.
Nachmittags dann bei Oma mit Cousins (den Zwillingen) und Tante spielen.

Donnerstag: Vormittags Spielgruppe mit singen, spielen, malen oder basteln und ausführlichem Frühstück (das wohl eher für die Mamas ist als für die Kinder :)). Nachmittags Treffen mit Freundinnen.

Freitag: einkaufen gehen oder auch Ausflüge machen oder einfach mal entspannen.

Am Wochenende machen wir dann oft Familienausflüge oder mit Freunden und deren Kinder ins Haus des Meeres oder nach Schönbrunn oder einfach nur spazieren und spielen.


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Arbeiten mit Kind

Seit September gehe ich ja wieder 12 Wochenstunden arbeiten, d.h. genauer gesagt ich bin Montags vormittags zwei - drei Stunden in der Firma und arbeite den Rest von zuhause.
Neben der Karenz darf man 13 Wochen pro Jahr soviel verdienen wie man will und den Rest des Jahres dann geringfügig. Neben dem Kinderbetreuungsgeld darf man 14.600,- jährlich verdienen, ist dann aber nicht mehr in Karenz, sondern in Elternteilzeit.
Nachdem ich mein 2. jahr Karenz schon (voreilig) angemeldet hatte, durfte ich nur mehr diese 13 Wochen = drei Monate arbeiten soviel ich wollte und konnte. Also September bis Dezember und dann geplant wieder Februar bis Mai.

12 Wochenstunden sind okay und machbar, also fast jeden Tag 2 Stunden abends arbeiten (vor allem Konzepte schreiben, Grafik und Design).
Wenn ich Montags in die Firma fahre, bleibt Jürgen bei Felix zuhause und fährt erst danach in die Firma. Das geht echt super, Felix ist happy (weint nur manchmal kurz, wenn ich ohne ihn weg gehe) und spielt dann mit Papa oder sieht fern.
Und ich bin froh, dass ich etwas dazu verdiene, wir lernen beide etwas "Abstand" voneinander (das wollte ich nie bis zum 1. Kindergarten-Tag aufheben) und ich muss dankbar sein, dass ich die Möglichkeit habe, von zuhause arbeiten zu können und eben nicht 10 oder halt 12 Stunden in der Firma vor Ort sein zu müssen.

Und trotzdem: mir geht es nicht so gut dabei ... Jeden Sonntag "fürchte" ich mich schon vor dem Montag danach. Ich schlafe schlecht und beim Hinfahren zur Firma habe ich Bauchweh und ich sehe überall Frauen mit Kinderwägen.
In der Firma selbst geht es mir dann gut, ich mache meine Arbeit und denke auch kaum an Felix. Und beim Heimfahren freue ich mich einfach wieder aus Zurückkommen.


Das Kennenlernen
Es ist wirklich nicht die Arbeit an sich - ich sitze ja so auch sehr oft vor dem Computer, maile, surfe, arbeite. Das macht Spaß und ich mache mal etwas anderes als wickeln und den Clown spielen :)
Ich weiß auch, dass es Felix bei Jürgen gut geht, dass Jürgen das schafft und Felix nicht (dauernd) weint.

Es geht nur um mich - um die Zerrissenheit zwischen Arbeit und Kind. Und das plötzlich "Allein sein" ohne Kind, es fehlt einem etwas, ein Teil von mir bleibt zuhause ...
Ich weiß nicht, ob sich das mit der Zeit gibt und ich probiere es natürlich weiter. Aber ich fürchte schon etwas den 23. Juni 2007, an dem die Karenz beendet ist und ich normal arbeiten gehen muss ...

Derzeit geplant: 20 Wochenstunden (Aufteilung noch ungewiss) und Felix bleibt bei Papa und den beiden Omas. Denn für eine Krippe ist er mir noch zu klein mit 2 Jahren - und ich will nicht für eine Krippe arbeiten gehen (denn das Kinderbetreuungsgeld fällt dann ja auch weg).

Möglichkeit Nr. 2: eine Tagesmutter, denn die ist flexibler was die Zeit anbelangt und es sind kleinere Gruppen. Mit Glück wird sogar eine unserer Freundinnen Tagesmutter ...
Möglichkeit 3: Kinderbetreuung beim ÖAMTC vor Ort (?).
Möglichkeit 4: 2. Kind gleich dranhängen - aber so wie meine Hormone derzeit stehen, kaum möglich ...

Für mich gilt jedenfalls: jede Mutter, die sagt Karriere und Kind sind vereinbar, lügt sich selbst etwas vor. Ja, es ist machbar, viele arbeiten und haben Kinder. Ich gehe ja dann auch wieder arbeiten mit Kind - nur: irgendetwas leidet darunter bzw. ich selbst leide darunter, denn die Frau bleibt doch über, gehetzt zwischen Firma und Kindergarten, nachmittags Haushalt und Kind ... Ist das dann glücklich sein?
Aber das muss jede Frau/Mutter für sich selbst entscheiden - und oft wird einem die Entscheidung finanziell ja leider abgenommen ...


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Felix Lieblingsbeschäftigungen

Neben unterwegs sein (egal ob Auto, Kinderwagen, zu Fuß, im Einkaufswagen etc.) liebt Felix vor allem das Malen. Schon in der Früh steht er im Arbeitszimmer und schreit nach Kugelschreiber und Papier.
Dann wird am Boden gemalt, im Liegen, im Knien, im Stehen, nicht immer am Papier, aber schon wertvolle freie Kunst :)

Buch lesen ist noch immer der Renner (vor allem Bücher mit Tieren), weiters Autus, Bagga und Daktor und Bausteine ausräumen, im Zimmer verteilen, manchmal wieder einräumen (oder Mama machts) und wieder ausräumen.
Tanzen (wie Lord of the Dance :)), singen und Musik machen (mit Mamas Keyboard oder allen möglichen geräuschvollen Behältern) ist auch lustig.

Und natürlich Fernsehen: die Baby Einstein DVDs müssen von Müttern und Vätern entwickeln sein, denn sie verschaffen wertvolle Zeit zum Kochen oder Computern. Felix geht dazu zum DVD-Player, dreht ihn auf, setzt sich auf seinen Kuschel-Leo und wartet ...


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Dezember 2006, Felix ist 1 1/2

Die Adventwochen und die Zeit rund um Weihnachten war leider doppelt stressig: die Weihnachtsvorbereitungen einerseits und Felix anstrengende Phase andererseits.
Zuerst bekam er zwei weitere Zähne - die unteren Stockzähne und damit Zahn 9 und 10 - mit unruhigen, kurzen Nächten und anstrengenden Tagen mit viel Jammern und Nuckeln.

Und dann folgte sogleich ein weiterer Entwicklungsschub, in dem Felix anscheinend das bis dahin fehlende Fremdeln nachholte: er hing total an mir, keine Sekunde verging ohne vorwurfsvollem "Mama, Mama", getragen werden wollen, dauerstillen, auf mir picken, scheinbar grundlosem Losweinen.
Auch wenn man sich einredet "Jetzt muss er mal weinen und lernen, dass man nicht immer sofort springen kann" - es ist trotzdem aufreibend, wenn man mit weinendem Kind duschen gehen muss oder quasi 24 Stunden rund um die Uhr nur Mama ist, weil auch nachts oft nach einem verlangt wird.

Und zum ersten Mal seit Felix Geburt wünschte ich mir richtig Zeit für mich alleine. Oft wurde mir ja eingeredet, ich solle mal was unternehmen und Felix abgeben - aber noch war ich nicht so weit.
Aber nach diesen drei Wochen war ich einfach am Ende und wollte wirklich mal weg. Also gingen Jürgen und ich das erste Mal aus, ohne Kind. Ins Kino "Casino Royal", am Nachmittag (denn abends zum Einschlafen braucht Felix doch noch Mama) und Felix blieb bei Tante Doris und seinen Cousins.

Ein ungewohntes, seltsames Gefühl, mal ohne Kind autozufahren, beim MacDonalds zu sitzen ohne dauernd darauf achten zu müssen, ob Brotkrümel auf den Boden fallen oder ein Kind im Hochstuhl aufsteht. Trotzdem kreisten die meisten Gedanken natürlich um Felix und wie es ihm ging und wir mussten uns ein paar Mal zusammen reißen, um nicht anzurufen :)

Erst beim Film selbst konnte ich richtig abschalten und mal nur für mich sein und genießen. Danach gings natürlich schnell wieder zurück - mit Freude und neuer Kraft. Vor allem als uns Felix freudestrahlend entgegen kam. Es hatte super geklappt, ohne großes Geweine, sogar eine Stunde geschlafen hatte er, ohne stillen und Mama.

Auch wenn wir jetzt nicht jede Woche weg gehen werden - es war doch beruhigend zu wissen, dass es im Notfall klappen kann. Und ich war froh, dass ich es aus eigenen Stücken getan hatte und das Loslösen nun langsam aber doch funktionierte (sowohl von meiner Seite als auch von Felix :))

Weihnachten 2006

Weihnachten selbst war - naja, sagen wir mal desillusionierend. Der Christbaum war nicht besonders interessant, die Geschenke gerade noch beim Auspacken, danach eher Überforderung, in Ruhe essen, Weihnachtslieder singen oder spielen eher unmöglich.
Einerseits hing das sicher mit dem Entwicklungsschub zusammen, andererseits bemerkten wir wieder, wie anstrengend solche Feste (noch) für Felix sind. Er versteht ja noch nicht den Sinn und muss erst verkraften, dass sich soviel um ihn dreht, dass ihn alle bestürmen und er viel zu viel neues Spielzeug ausprobieren soll (bei Doris und Markus wars übrigens auch so, nur dass Adrian dauernd "Geschenke, Geschenke" rief und Benedikt beim Anblick des Weihnachtsbaum hysterisch zu weinen begann :))

24. Dezember: kurze Bescherung bei uns, Essen und etwas spielen und dann ab zu Doris und Markus. Dort nochmals feiern, aber ohne Bescherung, mit großer Familie und wir übernachteten in Flandort (die Nacht war Schub und Aufregung entsprechend bescheiden ...)
25. Dezember: Bescherung und Essen bei meinen Eltern, wieder viele Geschenke, wieder viel Aufregung und wenig Schlaf.
26. Dezember: Bescherung und Essen bei uns mit Jürgens Mama und Schwester. Und wieder viiiel Aufregung.
28. Dezember: Nochmals Geschenke von Jürgens Papa, gottseidank schon ohne Schub, da war Felix wieder ein richtiges Goldkind :)

31. Dezember: Trotz Silvesterknallerei schlief Felix gar nicht so schlecht - und ich bemerkte wieder, wie sich manche Dinge als Mutter ändern: ich hasse Silvesterballerei!! Ich werde nie verstehen, wie man österreichweit 14 Millionen Euro rauspulvern kann, schon Tage vorher ballern muss, ab 17 Uhr quasi dauernd, ohne Steigerung zu Mitternacht ...


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Statusbericht 18 Monate

Juhu, mein Kind isst :) Nicht alles und nicht soviel wie manch andere Kinder, aber er isst plötzlich. Morgens ein Brot oder einen Toast (manchmal sogar schon mit Butter), vormittags ein bis zwei Fruchtzwerge, mittags ein halbes Glaserl (ja, ich habe wieder mit Hipp begonnen, damit Felix wenigstens etwas Fleisch isst), nachmittags Obst (und da sogar Banane) und abends mit uns noch Brot oder warm - sogar Frankfurter, Knödel, Nudeln, Reis mit Fleisch.

Gegessen wird übrigens auch Katzenstreu ... Als "Zucki" oder "Kugi" (globuli) bezeichnet, wandern die kleinen Streusel schnell in den Mund. Und nehme ich sie ihm schnell aus dem Mund, folgt gleich ein "Wäh".
Übrigens: auch Medizin wird sehr gerne gelöffelt. Selbst wenn ich sie so grauslich finde, dass ich sie nur mit Abscheu und nur mit Wasser verdünnt nehmen kann - mein Sohn schleckt sie vom Löffel und verlangt sogar freiwillig danach!

Stillen ist natürlich noch nicht abgeschrieben - essen war ja aber kaum ein Grund fürs Nuckeln. Morgens ist es wichtig zum Munterwerden und abends bzw. mittags zum Schlafengehen. Untertags kommt es drauf an, ob wir zuhause sind (oft nuckeln aus Langeweile oder Müdigkeit oder zur Beruhigung) oder unterwegs (kaum bis nie nuckeln), nachts ob wir Zahn-/Schubnächte haben (3-5x) oder normale (einmal stillen).

Das Einschlafen ist derzeit dafür langwierig, weil Felix lange braucht, um den Tag zu verarbeiten. Da wird im Bett gequasselt, gebusselt (ja, mein Kind gibt sooo gerne Bussis, nicht nur Mama und Papa :)), herumgewälzt, gesungen und dazwischen immer gestillt, bis er sich dann doch friedlich in den Schlaf nuckelt. Dann wird meist von 21 Uhr bis halb 8, 8 Uhr morgens geschlafen, eben mit ein- bis fünfmal nuckeln.

Meistens lasse ich ihn gewähren und genieße das Stillen auch bzw. finde es auch für mich "beruhigend", dass ich ihm etwas geben kann, dass er noch braucht. Manchmal gibt es aber auch Momente (z. B. nachts, wenn er allzu lange nuckeln möchte oder unterwegs, wenn er oft und in kurzen Abständen kommt), in denen ich ans Abstillen denke - wohlwissend, dass ich noch nicht die Kraft habe und auch nicht wüsste wie.

Vor allem auch mein Gesundheitszustand lässt mich manchmal nachdenken, ob das Stillen mich nicht auch sehr schwächt. In diesem Winter war ich bereits dreimal krank, nicht nur einfach verkühlt, sondern knapp vor Bronchitis oder Nebenhöhlenentzündung ...

Andererseits will ich nicht glauben, dass - wie von manchen Ärzten behauptet - Stillen daran schuld sein soll, da es mich ja auch seelisch stärkt (einfach durch die beruhigende Sicherheit). Es ist wohl eher der Umstand, dass man als Mutter zuwenig an sich selbst denkt und nach 1 1/2 Jahren macht sich das nun bemerkbar.
Geplantes Enddatum fürs Stillen nach wie vor: 2. Geburtstag, also noch ein halbes Jahr Zeit um langsam abzubauen ...

Wichtigste Beschäftigungen derzeit: malen - egal ob auf seiner neuen Maltafel, auf Papier oder der kleinen Magnettafel, egal ob mit Kreide (sehr schmutzig), wasserlöslichen Stiften oder Kugelschreiber (sehr gefährlich).
Autos - am besten im Liegen, um die Bewegung der Reifen genau studieren zu können. Und die Little People Eisenbahn, die das Christkind gebracht hat - sie läuft und läuft und läuft den ganzen Tag.

Das Reden und sich verständlich machen wird immer wichtiger - und für uns wird es immer schöner zu sehen, wie aus diesem kleinen Wesen, das aus uns entstanden und aus meinem Bauch gekommen ist, immer mehr ein eigenständiger Mensch wird - ein sehr eigensinniger Freigeist übrigens (wie seine Mama :)) Er geht dorthin, wo er möchte, er macht (meist) das, was er möchte - trotz Grenzen natürlich - und er wird wahrscheinlich das Kind werden, dass sich schreiend am Supermarkt-Boden wälzt :)

Dafür ist er aber auch ein sehr sensibles, zärtliches Kind, das nie auf andere Kinder einschlägt oder sie schubst oder ein Spielzeug wegnimmt - er wartet ab, bis das Spielzeug für den anderen nicht mehr interessant ist und nimmt es sich dann. Oft liegt er im größten Lärm am Boden, spielt sich alleine mit einem Auto oder malt und sucht so die Ruhe. Hoffentlich ein Zeichen dafür, dass er sich gut konzentrieren kann.

Felix bemerkt auch sehr gut, wie es mir oder mir und Jürgen geht und reagiert dementsprechend. Kein Wunder, dass er besonders anhänglich ist, wenn ich nicht gut drauf bin. Das zehrt natürlich noch extra.

Zumindest aber wird das Ablenken und Beschäftigen immer besser, weil Felix immer mehr versteht und auch selbst sich äussern kann.


1) verständliche und "reale" Worte

Mama
Papa
Panther
Auto
Wasser
Baum
Haus
aus (wobei das nicht nur aus, sondern auch zu oder fertig bedeutet)
Tisch
Kuckuck (fürs Verstecken)
Wasser
Affe
Biene
Ja
Nein


2) halbwegs verständliche, ähnlich lautende Worte

Ante = Tante
Dern = Stern
Keki = Keks
Betti = Bett
Patschi = Patschen
Wisch = Fisch
Lüssel = Schlüssel
Nane = Banane
Api = Apfel
Ampe = Lampe
Mäh = Schaf
Wauwau = Hund
Has = Hase
Mali = malen
Decki = Decke
wam = warm
Gagaga = Ente, Gans
Pavo = Bravo
Manni = (Weihnachts)Mann
Tuttut = Zug
Bude = Boden
Binne = Spinne
Pala = Hoppala (und dabei macht Felix einen Spagat und lässt sich auf den Hintern fallen)
Aug = Auge
Nas = Nase


3) seltsame Wortschöpfungen

Anni = Sonne
Aki = Katze oder Socken oder Vogel oder Kerze
Hmm = Essen oder Kuh
Awa = Hubschrauber oder Flugzeug
Md = Mond oder Mund (es fehlen einfach noch O und U :))
Bu = Busen, stillen - leider in letzter Zeit immer mehr Busch (als ob ich einen Busch oder George Bush am Körper hätte, tststs)
Busch = ist auch Buch
Ami = Blume
Ne = schnell


Das Kennenlernen

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Statusbericht 20 Monate

Jänner 2007 waren wir (d.h. eigentlich ich) knapp vor dem Abstillen oder zumindest in einer schweren Stillkrise.
Jürgen und ich waren gleichzeitig krank mit Fieber, Glieder- und extremen Kopfschmerzen und lagen fast eine ganze Woche nur. Felix hatte es gottseidank nicht so schwer erwischt, nur etwas Husten und Schnupfen, was ihn aber nicht davon abhielt, den ganzen Tag nuckelnd auf mir zu verbringen - was natürlich meiner Genesung nicht sehr förderlich war und meine Nerven extrem strapazierte.

Natürlich war es für Felix sehr einladend, Mama den ganzen Tag auf der "Bank" zu haben und damit busen-verfügbar. Und den ganzen Tag nur drinnen zuhause zu sein ist natürlich sehr langweilig.
Dennoch war es für mich sehr schwer zu verstehen, warum er plötzlich alle 10 bis 20 Minuten !!! nuckeln wollte, während wir doch schon Tage gehabt hatten, an denen er den ganzen Tag kaum stillen wollte.
Jedenfalls kreisten zu dieser Zeit viele meiner Gedanken um Salbeitee, wie abstillen, einfach wegfahren, Antibiotika nehmen etc. - alles, um endlich diese Nuckelei zu beenden.

Drei Wochen später sieht es schon wieder anders und besser aus. Felix stillt untertags wenig(er), vor allem wenn wir unterwegs sind. So hielt er bei der großen Faschingsparty (als Marienkäfer :)) den ganzen Nachmittag bis abends fast 8 Stunden ohne Busen aus.
Ich habe aber festgestellt, dass für mich der Zenit des Stillens erreicht ist und ich bis zu Felix 2. Geburtstag wirklich unbedingt abstillen möchte und muss. Wie - das steht noch in den Sternen ...

Sonstige News: ich war das erste Mal alleine abends fort, mit meinen Mädls (befreundete Mütter) essen und Cocktails trinken. Zuhause legte ich Felix noch nieder (das wollte ich Jürgen ohne Busen noch nicht zumuten) und dann gings los bis 1 Uhr früh :)
Zweimal weinte Felix, einmal fast eine dreiviertel Stunde!, suchte mich in der ganze Wohnung - es war sicher nicht leicht, aber Jürgen hielt super durch. Das zweite Mal weinte Felix schon nur mehr eine Viertelstunde, anscheinend akzeptierte er, dass ich nicht da war. Mir tat es gut und ich glaube, den beiden auch - weitere Termine werden folgen :)))

Neue Worte:
Elle = Felix oder ich
Bank = Bank oder auch Umschreibung für "ich will stillen"
Kuh macht Muh
Utsche = Rutsche
Ente = Ente
unter = runter, aber auch rauf
Mond und Mund
Atze = Katze und die macht "Mia"
Uund = Hund
Lili = Schmetterling


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Sachen, die Freude machen

1) Schmusen & Knutschen
Felix ist ein richtiger Schmuser geworden: untertags kommt er oft zu mir, kuschelt sich mit seiner Wange an meine oder an meine Schulter, lächelt (Ja, himmelt beinahe :)) mich an, umarmt mich ganz fest, drückt mich und lässt sich küssen.
Und abends immer das gleiche Ritual: wir legen uns ins Bett, Felix stillt, turnt noch etwas herum (natürlich mit Brustwarze im Mund - so baut man am besten den Tag und den Stress ab :)), dann kommt er plötzlich mit seinem Gesicht ganz nah an meines, schaut im Dunkeln ob ich ihn anschaue bzw. die Augen offen habe, legt sich neben mich, ich sage Gute Nacht, küsse ihn, er stillt noch kurz und schläft ein.


2) Felix Wortschatz
Felix spricht viele Worte schon sehr schön, vergisst sie zwischendurch wieder und spricht dann wiederum skandinavisch, chinesisch oder althebräisch.
Manche Worte sind wahre künstlerisch wertvolle Neukreationen:

  • Nuckala = Zuckerl (am liebsten PEZ in seinem Pez-Nemo)
  • Appale = Kapperl (am besten Papas Kapperl aus dem Kasten nehmen, auf setzen und sich im Spiegel bewundern)
  • Lutscha = Flugzeug
  • Lilly = Schmetterling
  • Bule = Luftballon
  • Pupu = Winnie Pooh
  • Elle = Felix (in neuerer Zeit auch Fele)
  • Satzsauer = Staubsauger (ja, Felix hat seinen eigenen kleinen Staubsauger - man will ja rechzeitig vorarbeiten. Geschirrspüler ausräumen hilft er mir übrigens schon sehr brav)
  • Date = Buchstabe

Andere Worte werden zwar vorne oder hinten ab geschnitten, sind aber halbwegs verständlich:

  • amal = noch einmal
  • umfallen = (ich bin) umgefallen (dafür sagt er leider kein Hoppala mehr)
  • runter = wird zwar richtig gesagt, aber auch für rauf oder hinaus verwendet
  • alo = Hallo und auch das Telefon (klaro, da sagt man ja auch Hallo)
  • Auto warn = Auto fahren

Andere Worte sind genau richtig und werden öfters am Tag verwendet, auch ohne direkten Bezug oder sichtbaren Grund: Käfer, Biene, Maus, Auto und mehr.


3) Wimmen, wimmen, wimmen

Zu meinem Geburtstag fuhren wir zwei Tage in die Therme Laa, mit Übernachtung im wunderschönen Thermenhotel.
Die Therme Laa selbst ist sicher toll, nachdem jedoch die Tschechen Semesterferien hatten, die Therme damit sehr voll war und mein Sensibelchen Felix ziemlichen "Respekt" vor den lauten und vielen Kindern im Babypool hatte, verbrachten wir die meiste Zeit im Hotelpool (den hatten wir für uns alleine und er war sogar wärmer als der Babypool).

Schwimmflügerl anlegen war genauso "furchtbar" wie im Babyschwimmkurs. Felix weinte und schrie "runter, runter" - mit etwas Ablenkung jedoch gelang es uns, ihn doch ins Wasser damit zu bringen - und ab da wollte er gar nicht mehr raus und nur mehr "wimmen".
Und das machte er schon ganz toll, ausser dass wir ihn öfters erinnern mussten "Mund zu" - worauf hin Felix dann schon selbst dauernd sagte "munzu". Schwimmen, aus dem Becken raus klettern, wieder rein zu Mama und Papa und wieder schwimmen ..


4) Meine Schilddrüse

Nach einem Jahr Diagnose Schilddrüsenüberfunktion und stetig schwindenden Beschwerden seit August 2006 wagte ich den Schritt und ließ über meine Hausärztin einen Blutbefund machen.
Ergebnis: TSH-Wert (Hypophysenwert, der auch für die Schilddrüse ausschlaggebend ist) 1,0 und damit PERFEKT!!!
Leider wurden die FT3 und FT4-Werte nicht gemacht (werden nicht gemacht, wenn der TSH-Wert passt) und ich wollte es noch nicht richtig glauben, vor allem weil ich auch im Internet nachlas, dass der TSH-Wert passen kann, die Antikörper aber dennoch auf eine weiterhin bestehende Autoimmunkrankheit (Basedow) hinweisen können.

Also noch ein Blutbefund gemacht, dieses Mal übers Labor und wirklich alle möglichen Schilddrüsen- und Hormonwerte. Ergebnis folgt - und damit wird auch endlich zum Frauenarzt gegangen, um zu schauen, wie es um unseren zweiten Kinderwunsch steht ...


5) So ein gescheites Kind :)
Stufensteigen geht am besten mit Mamas Hand (ansonsten auf allen Vieren alleine hinauf oder verkehrt hinunter) und dabei zähle ich immer die Stufen laut mit. Was macht mein Kind? Er beginnt plötzlich "ein, zei, funf, sechs" mitzusagen ...
Weiteres Intelligenz-Beispiel: wenn wir in die Garage fahren, sagt Felix bei (fast) allen freien Parkplätzen auf seiner Seite leise "Da" - kurz vor unserem Parkplatz bzw. bevor ich einbiege, sagt er laut "Daaaaa" und äussert damit eindeutig, welcher unserer Platz ist :)

Der zweite Blutbefund ist nun da

TSH-Wert (Hypophyse) wunderbar mit 0,79. T3 und T4-Wert, also die richtigen Schilddrüsenwerte, auch wunderbar.
Nur die Antikörper - Anzeichen für meinen Morbus Basedow - sind noch erhöht, aber bei weitem nicht mehr so hoch wie vor einem Jahr bei der "netten" Schulmedizinerin.
So erklärt sich auch der Kommentar des Labors bei den Antikörperwerten "Zweifelhaft erhöhter Wert, gelegentliche Kontrolle empfehlenswert". Sprich: der Wert ist geringfügig erhöht, was auch jederzeit bei "gesunden" Menschen mal vorkommen kann.

Ich bin also fast GESUND - und das ganz ohne Medikamente, ohne abzustillen, ohne Verzweiflung. Fünf Spritzen bekomme ich jetzt noch im Rahmen meiner homöopathischen Behandlung und dann machen wir im Sommer nochmals einen Blutbefund. Hoffentlich sind da die Werte dann allesamt in Ordnung.

Die Hormone sind laut Befund übrigens auch alle im Rahmen. Natürlich kann der erhöhte Antikörper-Wert nach wie vor dafür sorgen, dass ich keine Regel bekomme - in erster Linie wirds aber wahrscheinlich noch das viele Stillen von Felix sein. Mal sehen, was der Frauenarzt dazu sagt ...


Das Kennenlernen

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Donnerstag, 08. und Freitag, 09. März

Felix war und ist ja DAS Busenkind schlechthin - er stillt untertags noch immer sehr viel, vor allem wenn wir zuhause sind (5-10mal), unterwegs je nach Laune. Nachts gottseidank nicht sooft, meist schläft er durch oder kommt nur einmal - ausser bei Zähnen oder Schub (so 4mal).
Doch: an diesen beiden Tagen hat sich alles umgedreht. Schon eine Woche zuvor hatten wir einen Tag, an dem Felix nur in der Früh im Bett und abends zum Einschlafen stillte - es war zwar ein Tag, an dem wir viel unterwegs waren (Spielgruppe, spazieren, Musikschule), aber auch zuhause wollte er lieber spielen als nuckeln.

Nun ist es schon zwei Tage so, dass er eigentlich fast gar nicht mehr stillt! Er verlangt zwar nach seinem "Buse", will beide anschauen, betatschen, manchmal nimmt er eine Warze in den Mund, zieht kurz an, aber das wars. Sogar das Einschlafen mittags und abends klappt ohne Nuckeln, aber mit Geruch und Angreifen friedlich von selbst. Bis jetzt ein Ding der Unmöglichkeit!

Es begann mit einem an sich normalen Tag (Donnerstag), an dem Felix vielleicht weniger und auch kürzer nuckelte, aber noch dachte ich mir nichts dabei. "Extrem" wurde es dann erst am Abend: wir gingen wie immer gemeinsam ins Bett, er zweimal kurz am Busen angezogen, dann mit beiden Händen beide Busen "umarmt" und nach einiger Zeit eingeschlafen.

In der darauffolgenden Nacht war er dreimal munter, hat ein wenig geweint, Busen in den Mund, nicht richtig angezogen, wieder raus, gehalten und eingeschlafen. Auch morgens um halb acht (normalerweise braucht er den Busen um richtig munter zu werden) und dann untertags: er will den Busen sehen, spüren, spielt damit rum, aber er trinkt nicht! Er nimmt ihn schon mal in den Mund, zieht kurz an, aber das wars, er ist dann entweder wieder abgelenkt und quasselt oder kuschelt eben. Witzig. Und komisch

Ich war etwas irritiert und ging einmal alle Möglichkeiten durch:

- Zähne? Dafür spricht, dass er schlechter schläft, schlechter isst und manchmal mit seinem typischen Zahnweh-Gebrüll munter wird.
Dagegen spricht allerdings, dass er keines seiner typischen Zahn-Symptome hat (grüner Stuhl, Schnupfen, quengelig sein, oft nuckeln wollen). Und er probiert auch gar nicht aus, ob das Nuckeln weh tut - und wenn er mal kurz anzieht am Busen, weint er nicht, sondern hört einfach auf.

- Halsschmerzen? Er hat ansonsten aber keinerlei Symptome und beim (seltenen) Essen und Trinken hat er keine Probleme.

- Stillstreik? Er verweigert ja den Busen quasi nicht oder weint am Busen, sondern es reicht ihm das Berühren.

- Mundsoor oder Pilz? Ich sehe weder im Mund noch im Windelbereich Anzeichen, auch nicht an meinem Busen.

- Schwangerschaft (während der sich ja der Geschmack der Muttermilch ändern kann) habe ich jetzt mal ausgeschlossen, weil ich bis jetzt noch keine Regel hatte, keinerlei Anzeichen, ich fühl mich auch nicht schwanger und beim Blutbefund gabs keinerlei Werte dahingehend.

Noch glaube ich ja nicht wirklich daran, so schnell und übernacht abstillen - vielleicht sind es ja wirklich nur die Zähne (er isst nämlich auch nicht viel und raunzt immer wieder).
Und im Halbschlaf - also nachts und wenn er weinend vor Schmerzen vom Mittagsschlaf aufwacht - nimmt er jetzt doch wieder den Busen, zwar nicht gleich, aber anscheinend will er dann doch wieder das beruhigende Nuckeln.

Natürlich wäre es irgendwie cool und ich wäre auch sehr stolz auf ihn, wenn er sich so von sich aus abstillt, ohne weinen und ohne Stress.
Irgendwie bin ich jedoch auch traurig - mein Baby verabschiedet sich vom Babysein. Vielleicht habe ich auch etwas "Angst", was daraus wird. Denn der Busen war natürlich auch immer Sicherheit. Wenn Felix sich nicht beruhigen lässt - der Busen hilft immer. Ich bin es ja nicht anders gewöhnt, ihn einzuschläfern oder zu beruhigen ohne stillen (natürlich habe ich es immer wieder ohne probiert, ohne großen Erfolg).

Meinem Busen gehts (noch) gut, ausser dass ich rinne und rinne. Und noch möchte ich mit Salbeitee und Co. warten und nicht ganz die Milch versiegen lassen. Mal sehen, wie es weiter geht (es ist schon Samstag und damit Tag 2 dieses "Experiments" :)) ...


Das Kennenlernen

Samstag, 10. März

Bis zum Mittagsschlaf (meist zwischen eins und zwei Uhr, je nachdem ob Felix um halb sieben oder um halb acht morgens aufsteht) wie am Vortag: kein Stillen, kein Verlangen, nur etwas kuscheln und einige Male nachschauen kam, ob Buse eh noch da :)

Zum Mittagsschlaf hat Felix dann doch wieder genuckelt, wahrscheinlich weil er schon sehr müde war. Da dürfte er einfach die Beruhigung brauchen bzw. die Zähne "vergessen" und doch lieber nuckeln.
Es ist echt so komisch, wenn ein Kind dem man niemals nie seinen blanken Busen zeigen durfte ohne dass er gleich "Buse, Buse" schrie oder der hysterisch wurde, wenn man dem nicht gleich nachkam, dass dieses gleiche Kind plötzlich so deinteressiert ist ...

Nach dem Mittagsschlaf hat Felix den restlichen Tag nicht mehr gestillt und sogar wieder brav gegessen, dafür zum Einschlafen abends wieder normales Einschlafstillen. Das wäre aber toll genug für mich, wenn er sich umstellt und "nur" mehr zum Einschlafen stillen möchte. Es kann aber natürlich auch sein, dass die Zähne jetzt wieder eine Ruhe geben und ab morgen wieder alles beim alten ist.

Egal, ich hab durch dieses ganze "Experiment" festgestellt
1) dass ich anscheinend noch nicht ganz zum Abstillen bereit bin, sonst wäre die Erleichterung und auch mein Wille, gleich Salbeitee zu nehmen, größer gewesen, und
2) falls es wieder mal sowas geben sollte, bin ich vorgewarnt und nicht mehr so traurig und dann vielleicht auch wirklich bereit, es durchzuziehen.
So hat alles im Leben seinen Sinn ...


Das Kennenlernen


Das Kennenlernen


Das Kennenlernen


Schaukel





April 2007

Einen Monat nach der "Stillkrise" sind wir bei 1-3mal stillen am Tag angekommen, und das ohne Probleme, ohne (viele) Tränen und ohne Trauer meinerseits.
Fixer Stillzeitpunkt ist der Abend zum Schlafengehen. Da verlangt Felix sehr stark nach seinem "Busen" - natürlich könnte ich jetzt probieren, "hart" zu bleiben, ihn rumzutragen oder nur mit kuscheln zum Schlafen zu bringen. Aber ich möchte ihm nicht gleich alle Traditionen nehmen und bin auch zu bequem und müde abends ... Zudem ist es ein schöner Moment für uns beide, um zur Ruhe zu kommen, den Tag Revue passieren zu lassen und er schläft friedlich dabei ein.

Wenn wir den ganzen Tag unterwegs sind, schläft Felix mittags im Wagerl oder im Auto ein und braucht damit den ganzen Tag kein stillen. Er verlangt nicht mal danach. Nur wenn wir zuhause sind und er müde wird, möchte er doch im Bett noch stillen oder zumindest "seinen" Busen sehen, grapschen, riechen und friedlich daran einschlafen.

Dafür - oder deswegen? - hat das Fremdeln begonnen. Egal ob wir zu Freunden, Familie oder Fremden kommen, die ersten fünf Minuten muss Felix auf mir, einschauend und ganz fest haltend verbringen bis er auftaut und sich schauen, stehen, gehen, spielen traut.
Tragen ist überhaupt wieder sehr in - wenn sich Felix unwohl fühlt oder sehr müde ist, verlangt er heftig danach, selbst wenn wir mit Einkaufstaschen behängt nur von der Garage in die Wohnung gehen möchten.

Sein Wortschatz umfasst nun auch Zahlen (eins, zwei, vier, fünf, sieben, acht) und Farben (truen, rot, blau, gelb) und hie und da Vornamen (Adrean und BenBen, Nina, Yvon, Klas).

Juni 2007 - Felix wird 2 Jahre alt

Mein Kleiner wird groß - bzw. ist es eigentlich schon. Von sich aus und ohne etwas dazu zu tun hat sich Felix quasi selbst abgestillt - bis auf sein abendliches Einschlafstillen, das er selbst als "essen" bezeichnet und zum Abschalten und den Tag verarbeiten braucht.
Ansonsten gibt es einige Grapschphasen untertags, in denen er ganz einfach die Brustwarze in den Mund stecken könnte - er tut es aber nicht, selbst wenn er sich mit seinem Gesicht ganz nah in den Busen kuschelt. Für mich ein Zeichen, dass er das Stillen wirklich nicht mehr so braucht (ganz anders tragen und kuscheln an sich, das für ihn noch immer ein wichtiger Trost und Sicherheitsfaktor bedeutet).

Und mein Kind isst - was heisst: er isst wie ein Scheunendrescher! Nicht immer alles, aber das meiste isst er schon brav mit uns mit. Und quasi den ganzen Tag über immer wieder :)
Morgens beginnt der Tag mit einem Buttertoast - den darf Papa machen, egal ob es fünf Uhr früh oder halb acht Uhr ist, Papa wird geweckt mit einem fröhlichen "Toast, Toast" (und Mama darf noch etwas liegen bleiben :))

Vormittags gibt es Obst, am liebsten Banane oder Erdbeeren, Himbeeren (wobei bei ihm alle Beeren Erdbeeren sind) oder auch ein Joghurt (nogurt) oder seine liebsten Kekse (Butterkekse).
Zu Mittag muss es dann oft Tomate-Mais sein, sprich: ein Glaserl. Ja, mein Kind, das bis zu seinem 20. Monat fast jede feste Nahrung verweigert hat, vor allem Hipp und Co., verlangt plötzlich regelrecht nach Pasta Bambini, Geflügelrisotto und mehr. Und isst ein Glaserl weg wie nichts. Eigentlich ja eine bequeme Angelegenheit, nachdem ich das nun aber reduzieren möchte, heisst es nun auch für mich: mittags kochen!

Nachmittags dann wieder Obst oder Joghurt oder Kekse und abends isst Felix dann meist mit uns mit, egal ob warm oder kalt (am liebsten Butterbrot, bisschen Käse oder Frankfurter).
Bis auf seine Kekse - und jetzt im Sommer Eis - und natürlich Schokolade ist Felix übrigens noch immer kein "Süßer": Palatschinken und ähnliches kann ich mir in die Haare schmieren.

Schokolade ist dafür umso wichtiger (vor allem bei den Omas) - die heisst jetzt übrigens Sokolade statt Lade und wird am liebsten täglich genossen.
Leider ist das Zähneputzen so eine Sache. Zwar will Felix mit uns gemeinsam Zähne putzen, sitzt auf der Waschmaschine neben unserem Waschbecken und fährt sich mit seiner Zahnbürste ein paar Mal hin und her - es geht ihm aber vor allem um die geschmackige Zahnpasta (Erdbeergeschmack!) ... Kaum möchten wir ihm vor allem vorne die Zähne richtig putzen, gibt es lautes Geschrei! Na, ich bin gespannt was der Zahnarzt beim ersten Besuch sagt ...

Apropos Arzt: im Mai hatte Felix frühmorgens plötzlich einen Ausschlag an Beinen und im Windelbereich, der sich dann im Laufe des Tages auch auf Arme und im Gesicht ausbreitete! Es sah aus, als hätte ihn ein großer Quallenschwarm erwischt.
Diagnose des Arztes: durch ein Nahrungsmittel ausgelöste Urticaria also Nesselsucht (gottseidank schien es Felix nicht so zu jucken, aber vor allem wenn er schwitzte, wurde der Ausschlag noch ärger). Nach einigen Überlegungen stellte ich fest: es konnten nur Kiwi sein. Zwar hatte die Felix schon früher bei seiner Oma gegessen, aber meist sehr reif bzw. fast überreif.
Am Vortag hatte er jedoch bei uns zuhause zwei sehr harte Kiwis (wie Mama es nun mal liebt) gegessen - und die dürfte er nicht vertragen. Seitdem meiden wir Kiwis und es war nichts mehr - ich hoffe, es war wirklich dieses Lebensmittel, denn es ist nicht einfach, den Verursacher (oder die Verursacher-Kombination herauszufinden).

Erfreulicher sind Felix Schlafgewohnheiten: nachts schläft er nun schon fast drei Monate quasi durch. Von halb acht, acht (manchmal erst neun, je nachdem wann und ob er am Nachmittag geschlafen hat) bis zwischen halb fünf und halb sieben Uhr, da möchte er meist was trinken (Wasserglas steht immer neben dem Bett) und schläft dann mit Glück noch bis halb acht, acht Uhr weiter. Mit Pech möchte er aber aufstehen, auch wenn es vielleicht erst fünf Uhr ist und Mama und Papa noch im Halbschlaf im Bett rumkugeln ...
Untertags ist es nicht immer so einfach, ihn zum Schlafen zu bewegen. Entweder er schläft unterwegs im Auto oder zuhause beim Playstation-spielen (Papa spielt Autofahren, Felix sieht zu) oder in der Hängematte auf Mama ein. Oder er ist so grantig, dass wir es im Bett (auch da gehts schon ohne Busen) versuchen, was nicht immer klappt. Manchmal schläft dann Mama zehn Minuten, während Felix im Bett herumturnt oder spielt und gar nicht schläft - naja, zumindest geht dann das einschlafen abends sehr, sehr schnell.

Immer öfter werden jetzt zwei, drei Worte zu zusammenhängenden Bedeutungen aneinandergehängt, von richtigen Sätzen sind wir aber noch entfernt. Zumindest versteht man Felix immer besser, und nicht nur Mama kann seinen Redeschwall entziffern, sondern auch andere Mütter (Nicht-Mütter oder -Väter tun sich, glaube ich, allgemein mit Kindersprache schwerer :)

Noch eine News: am 20. Juni, kurz vor seinem 02. Geburtstag, gabs den ersten Haarschnitt. Ratzeputz weg, 6 mm mit der Schneidemaschine. Natürlich tat es mir einerseits etwas leid um seine Locken (vor allem im Nacken) und er sieht jetzt mit seiner "KZ-Frisur" (Originalzitat Papa, tsts) viel älter aus - eben nicht mehr wie ein Baby.
Aber um ihm die Sommerhitze zu ersparen und endlich einen dichteren Haarwuchs zu ermöglichen, war es endlich mal nötig. Und die Locken wachsen sicher auch wieder nach.

Kurz vor seinem Geburtstag begann Felix übrigens mit der berüchtigen 2-Jahres-Phase: Bizzeln, ohne dass er selbst nicht weiß wieso, "nein, nein, nein" Schreien ohne dass er sagen kann was nein (oder ja) ist, angreifen oder ansprechen macht es nur noch schlimmer ... Aber auch diese Phase, in der er sich sichtlich selbst nicht mag (und nicht auskennt) wird vorüber gehen.

Und damit verabschieden wir uns - aber keine Angst: es geht frisch und fröhlich weiter, auch mit Geschichten von Felix. Denn Felix erwartet im Dezember sein erstes (und einziges, zumindest so geplant :)) Geschwisterchen - aber das ist unsere nächste Geschichte ...

> Felix 1. Jahr